Chiphersteller
Infineon verdient wieder am Mobilfunk

Infineon hat seine Handysparte längst verkauft. Trotzdem profitiert der Chiphersteller vom Boom der Smartphones: Halbleiter für Ladegeräte, Mikrofone und Signalverstärker sorgen für ein strammes Umsatzwachstum.
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MünchenVor zwei Jahren hat Infineon seine Handysparte an Intel abgestoßen. Damit schien sich Deutschlands größter Chiphersteller endgültig aus dem Mobilfunkgeschäft zu verabschieden. Doch dem ist nicht so. Inzwischen sind die Münchener einer der größten Lieferanten von Halbleitern für Ladegeräte. Zudem versorgt der Konzern die Telefonhersteller mit Mikrofonen und Signalverstärkern.

Gut 900 Millionen Smartphones werden den Marktforschern von IHS zufolge dieses Jahr weltweit über die Ladentheken gehen, etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr. So ist es kein Wunder, dass Andreas Urschitz zuversichtlich in die Zukunft blickt. „Wir streben ein jährliches Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich an“, sagte der Chef der Sparte Power Management & Multimarket im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Dabei sind es nicht nur die Smartphones selbst, die Infineon einen Schub geben. Die ehemalige Siemens-Tochter verkauft auch immer mehr Chips für die Stromversorgung von Netzwerkrechnern, den sogenannten Servern. Die Großcomputer sind nötig, um den kräftig steigenden Datenverkehr zu verarbeiten, der von den mobilen Alleskönnern ausgelöst wird.

Mit modernen Chips bietet Infineon dabei Lösungen, den gigantischen Stromverbrauch in den Rechenzentren zu senken. „Die Computerhersteller haben ein riesiges Interesse daran, die Netzteile zu optimieren“, sagt Urschitz. Einer der größten Kunden im Servergeschäft ist Hewlett-Packard, die Nummer eins in dem Markt was die Stückzahlen angeht.

Kleiner, leichter, leistungsfähiger: Spartenchef Urschitz sieht noch großes Verbesserungspotenzial für die Ladegeräte der Smartphones. Um den Kunden mehr als nur die Chips anbieten zu können, baut der Österreicher sein Angebot aus und liefert umfassendere Lösungen. Dazu stockt er auch das Personal auf, nicht immer zur Freude der Abnehmer. "Damit wir unseren Weg zum Systempartner fortsetzen können, haben wir zahlreiche Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how eingestellt – teilweise auch aus den Entwicklungsabteilungen der Kunden“, sagt der Manager.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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