Chiphersteller
Infineon: Weniger Umsatz, mehr Sparen

Bei dem arg gebeutelten Halbleiterhersteller geht es im laufenden Geschäftsjahr mit der Umsatzprognose weiter abwärts. Damit die Zeit der Verluste bei Infineon ein Ende hat, will der neue Chef die Kosten runterfahren. Ein erster Hoffnungsschimmer für viele Anleger.

HB MÜNCHEN. Der angeschlagene Chiphersteller Infineon hat seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 gesenkt. Das Unternehmen erwarte nun im Vergleich zum Vorjahr ohne die Speicherchiptochter Qimonda ein Umsatzplus „im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“, sagte Finanzvorstand Marco Schröter am Dienstag auf einem Investorentag in München. Ursprünglich hatte der DAX-Konzern ein Plus „im hohen einstelligen Prozentbereich“ in Aussicht gestellt.

Im Geschäftsjahr 2006/07 hatte Infineon ohne Qimonda einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Bereits in der vergangenen Woche hatte Infineon den Ausblick für die Kommunikationssparte gesenkt und damit den Aktienkurs tief ins Minus gedrückt. Erste Reaktion des neuen Infineon-Chefs Peter Bauer: Er will die Kosten nach einem Milliardenverlust im zweiten Geschäftsquartal wie angekündigt deutlich senken. Im kommenden Jahr solle ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden, sagte Bauer am Dienstag in München bei einer Analystenkonferenz. Gleichzeitig verzichtet der Halbleiterkonzern auf Milliarden schwere Zukäufe in der Branche.

"Zurzeit sind keine großen Sprünge drin“, sagte Vorstandschef Peter Bauer am Dienstag auf einer Analystenkonferenz. Die Bilanzsituation erlaube lediglich Akquisitionen in einer gewissen Größenordnung. Nach der Trennung von der Speicherchiptochter Qimonda könnte die Situation je nach Transaktion auch anders aussehen, sagte Finanzvorstand Marco Schröter.

Finanzvorstand Marco Schröter begründete die Einsparungen unter anderem mit dem schwachen US-Dollar. Zwar erwirtschafte Infineon jeweils die Hälfte seines Umsatzes in Euro und in Dollar. Ein Großteil der Kosten falle aber im Euro-Raum an. Daher will Infineon auch verstärkt in Billiglohnländern produzieren. Nach dem Rücktritt seines Vorgängers Wolfgang Ziebart hatte Bauer bereits in der vergangenen Woche Einsparungen angekündigt, aber noch keine Einzelheiten genannt. Ziebart war nach wochenlangen Querelen „aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens“ gegangen.

Medienberichten zufolge soll Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley andere Vorstellungen als Ziebart über die Strategie des Unternehmens gehabt haben. Diese Differenzen waren in den Berichten als Grund für eine mögliche Trennung von Ziebart genannt worden. Als Hintergrund für die Auseinandersetzung wurde unter anderem auch ein möglicher Zusammenschluss mit dem Wettbewerber NXP genannt, der sich derzeit im Besitz mehrerer Finanzinvestoren befindet.

Mit Blick auf Spekulationen über ein Zusammengehen Infineons mit dem niederländischen Wettbewerber NXP sagte Bauer, das Thema Übernahmen stehe derzeit nicht an. Mit Blick auf die defizitäre Speicherchip-Tochter Qimonda bekräftigte Bauer die Pläne, den Anteil bis zur Hauptversammlung Anfang nächsten Jahres auf unter 50 Prozent zu senken. Derzeit hält Infineon 77,5 Prozent an Qimonda.

Nach den jüngsten Kursverlusten konnte sich Anleihen von Infineon nun wieder erholen. Bauer kommt offenbar gut an bei den Anlegern. Und so führte Infineon am Morgen die Gewinnerliste im Dax mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 5,74 Euro an.

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