Chiphersteller
Intel gibt erstmals Chip-Fertigung außer Haus

Der weltgrößte Chiphersteller Intel will mit dem taiwanesischen Konzern TSMC bei der Entwicklung und Produktion seiner kleinsten Prozessorgeneration zusammenarbeiten. Beide Firmen entwickeln künftig gemeinsam die sogenannten "Atom"-Chips, die vor allem in Mini-Notebooks, Handys und Anlagensteuerungen eingesetzt werden.

HB SAN FRANCISCO/TAIPEH., Die Kooperation soll die "Atom"-Chips noch stärker integrieren, so dass die Technologie zu einem "Computer auf einem Chip" führt. Der Schritt stellt für Intel einen Strategiewechsel dar. Bisher legte der Konzern wert darauf, seine Mikroprozessoren selbst herzustellen, was im Hochpreissegment auch weiter geschehen soll.

Die Kooperation mit dem weltweit größten Chip-Auftragsfertiger TSMC sei auch eine Neuheit für Intel, sagte ein Konzernsprecher. "Eine Fertigung eines Intel-Kerns außerhalb von Intel hat es nie zuvor gegeben. Zum ersten Mal vergibt Intel seine Design-Technologie außer Haus." Die "Atom"-Chips sind die kleinsten und günstigsten Prozessoren des Halbleiterriesen. Seit ihrer Einführung im vergangenen Jahr erfreuen sie sich als "Rechengehirne" in den populären Netbooks, in Smartphones und auch in der Industrieelektronik großer Beliebtheit. Allerdings sind die Margen der Chips deutlich geringer als bei den größeren und leistungsstärkeren Intel-Prozessoren.

Der Konzern reagiert damit auf den zunehmenden Kostendruck in der Halbleiterindustrie und folgt nach langem Zögern dem Trend, die Produktion an Auftragsfertiger - sogenannte Foundries - zumindest teilweise auszulagern. Das Unternehmen leidet wie die gesamte Branche unter fallenden Preisen und rückläufiger Nachfrage infolge der Wirtschaftskrise. Im Januar brachen die weltweiten Chipverkäufe nach Angaben des Branchenverbandes SIA um 29 Prozent ein.

Allerdings dominiert Intel nach wie vor den weltweiten Markt für Prozessoren, auf dem es nur mit der zunehmend gebeutelten AMD konkurriert. Der US-Riese will sieben Mrd. Dollar ausgeben, um seine Chippalette in zwei Jahren auf die effizientere Strukturgröße von 32 Nanometer umzustellen. Zugleich schließt Intel seine Fabriken in Malaysia, den Philippinen und den letzten Produktionsstandort im kalifornischen Silicon Valley, um Kosten zu drücken und seine Bruttomarge stabil über 50 Prozent zu halten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%