Chiphersteller
Intel übertrifft beim Gewinn die Erwartungen

Die Geschäfte des weltweit größten Chipherstellers Intel laufen besser als erwartet. Das Unternehmen hat für das dritte Quartal einen Gewinn von knapp drei Milliarden und einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar ausgewiesen. Damit übertraf Intel die Erwartungen der Analysten und erfüllte seine eigene Prognose.
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HB SANTA CLARA. Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im vergangenen Quartal zumindest seine abgesenkte Umsatzprognose erfüllt. Der US-Konzern steigerte die Erlöse im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 11,1 Mrd. Dollar. Der Gewinn sprang um 59 Prozent auf knapp drei Mrd. Dollar hoch, wie Intel am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Konzernchef Paul Otellini verwies auf eine solide Nachfrage von Unternehmenskunden sowie Zuwächse in Wachstumsmärkten.

Damit dürfte wenigstens die Sorge gedämpft sein, dass die Firmen wieder stärker am Kauf neuer Computer sparen. Im der Wirtschaftskrise hatten viele Unternehmen die Erneuerung ihrer IT-Infrastruktur aufgeschoben. Danach profitierten Computerhersteller und auch Zulieferer wie Intel von dem aufgestauten Nachholbedarf.

Die Nachfrage von Privatkunden nach Personal Computer fiel zuletzt aber geringer als erwartet aus. Deshalb hatte Intel Ende August die Umsatzprognose für das dritte Quartal von zuvor bis zu zwölf auf etwa elf Mrd. Dollar gesenkt. Branchenexperten spekulieren, inwieweit der Erfolg des iPad auf Intel lastet. Denn Apples bereits millionenfach verkaufter Tablet-Computer kommt ohne Intel-Chips aus und hält eventuell einige Kunden vom Notebook-Kauf ab.

Von Intel stammen weltweit vier von fünf verkauften Prozessoren, die Herzen der Computer. Wegen dieser Marktmacht gilt der Konzern als Konjunktur-Barometer für die IT-Branche. Das vergangene Vierteljahr feierte der Chip-Gigant noch als bestes Quartal in der Firmengeschichte. Danach wurde jedoch immer deutlicher, dass sich der Boom im PC-Markt abschwächt. Für das laufende Quartal rechnet Intel mit Umsätzen zwischen elf und 11,8 Mrd. Dollar.

Intel versucht intensiv, mit Zukäufen das Geschäft auszuweiten. Im August fädelte der Konzern die Übernahme der Sicherheitssoftware-Firma McAfee für 7,7 Mrd. Dollar ein. Wenig später folgte der Kauf der Mobilfunk-Sparte des Halbleiter- Spezialisten Infineon für 1,4 Mrd. Dollar. Die Münchener stellen fast das komplette Innenleben eines Handys her.

Dieser Zukauf ist für Intel besonders wichtig: Der Konzern tut sich bisher im rasant wachsenden Markt für Smartphones schwer. Statt auf die bisher als stromhungrig abgestempelten Intel-Chips setzten namhafte Hersteller wie Apple vielfach auf Prozessoren des Konkurrenten ARM oder Eigenentwicklungen. Mit den nächsten Prozessor-Generationen will Intel im Mobil-Geschäft aufholen. Auch ARM versprach jüngst allerdings erhebliche Leistungssteigerungen bei seinen nächsten Chips.

Für PCs und Notebooks will Intel Anfang kommenden Jahres die neue Prozessor-Generation „Sandy Bridge“ in größeren Stückzahlen auf den Markt bringen. Auf Basis der neuen Chips sollen Nutzer zum Beispiel ohne Wartezeit Musik sowie Videos in hoher Auflösung oder in 3D abspielen können. Intel-Prozessoren kommen auch in Geräte für die Plattform Google TV, mit der der Internet-Konzern Fernsehen und Web-Video miteinander verschmelzen will.

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