Chiphersteller
Intel verbreitet Optimismus

Der Chiphersteller Intel gilt angesichts seiner Größe als Gradmesser für den gesamten Markt, vier von fünf Prozessoren stammen aus den Werken der Kalifornier. Und der Konzern gibt sich optimistisch: Intel rechnet damit, mehr zu erlösen als bisher gedacht. Die Aktien der ganzen Branche profitierten von der Nachricht.

HB SANTA CLARA. Das in der Wirtschaftskrise eingebrochene Geschäft des weltgrößten Chipherstellers Intel hat sich in den vergangenen Wochen merklich belebt. Die Nachfrage nach Prozessoren und Chipsätzen sei stärker angezogen als erwartet, teilte der Konzern am Freitag im kalifornischen Santa Clara mit. Die Erholung lässt sich in Zahlen fassen: Intel rechnet nun damit, statt um die 8,5 Mrd. Dollar rund 9 Mrd. Dollar zu erlösen.

Die Intel-Aktien legten deutlich zu. Auch Wettbewerber profitierten: Die Papiere des deutschen Halbleiter-Konzerns Infineon stiegen in einer ersten Reaktion um mehr als sieben Prozent. Branchenbeobachter hatten auf Zeichen gehofft, wie stark die im zweiten Quartal eingesetzte Erholung der Chip-Branche ausfällt.

Intel gilt angesichts seiner schieren Größe als Gradmesser für den gesamten Markt und angesichts des wachsenden Einsatzes von Chips in fast allen Bereichen auch für die Wirtschaft insgesamt. Vier von fünf Prozessoren - das Herz eines jeden Computers - stammen aus den Werken des Konzerns. Besonders die stromsparenden Atom-Prozessoren, die in den beliebten Netbooks verbaut werden, verkauften sich zuletzt blendend.

Auch das Marktforschungsunternehmen Gartner hatte jüngst seine Erwartungen ans Jahr angehoben. „Der Halbleiter-Markt hat sich besser entwickelt als erwartet“, stellte Chefanalyst Bryan Lewis Mitte der Woche fest. Er sieht die Talsohle als durchschritten an. Die Verbraucher griffen angesichts gesunkener Preise gerne zu Computern oder Unterhaltungselektronik. Zudem habe die Branche vom chinesischen Konjunkturprogramm profitiert.

In Deutschland ist die Erholung an Infineon Technologies abzulesen. Nachdem das Geschäft wieder angesprungen war, haben die Münchener auch ihre Schuldenproblematik in den Griff bekommen. Ob sich das Geschäft in den vergangenen Wochen ebenfalls besser als erwartet entwickelt hat, wollte ein Sprecher aber nicht kommentieren.

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