Chiphersteller
Neuer Investor für Infineon

Hoffnung für Infineon: Der angeschlagene Chiphersteller holt sich mit einer Kapitalerhöhung den Finanzinvestor Appolo an Bord. Mit dem Schritt können dem Unternehmen bis zu 725 Millionen Euro frisches Geld zufließen.

HB MÜNCHEN. Die Kapitalmaßnahme mit einem Volumen von bis zu 337 Millionen Aktien zum Bezugspreis von 2,15 Euro je Aktie solle auch den Alt-Aktionären angeboten werden, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Am Donnerstag hatte die Infineon-Aktie bei 2,58 Euro geschlossen. Von einer Tochtergesellschaft der Apollo Global Management LLC gemanagte Fonds hätten sich verpflichtet, unter bestimmten Bedingungen bis zu rund 326 Millionen der nicht gezeichneten neuen Aktien zum Bezugspreis zu erwerben. Damit würde Apollo einen Anteil von bis zu knapp 30 Prozent an Infineon erwerben. Die Bezugsverpflichtung gilt nur, wenn Apollo am Ende mindestens 15 Prozent des erhöhten Infineon-Grundkapitals hält. Damit würde Apollo den Fonds Dodge & Cox, der einen Anteil von derzeit 10,03 Prozent besitzt, als größten Aktionär ablösen.

Infineon will Details zum Angebot und zum Beginn und Ende der Bezugsfrist in Kürze veröffentlichen. Sollten alle neuen Aktien erfolgreich platziert werden, würden dem zweitgrößten Halbleiterhersteller Europas Eigenmittel in Höhe von 725 Millionen Euro in bar zufließen, die Infineon vor allem dazu nutzen will zwei, Mitte kommenden Jahres fällige Anleihen in Höhe von 570 Millionen Euro zurückzuzahlen. Zudem sind kurzfristig Kredite über 70 Mio. Euro fällig. „Indem wir kein zusätzliche Fremdkapital aufnehmen, verbessern sich die Bilanzkennzahlen von Infineon nachhaltig“, sagte der Infineon-Finanzchef Marco Schröter.

Apollo soll laut einer Mitteilung von Infineon nach dem vollzogenen Einstieg den Aufsichtsratsvorsitzenden stellen und einen weiteren Sitz in dem Kontrollgremium besetzen.

Alt-Aktionäre des im TecDax gelisteten Konzerns können neue Infineon-Aktien in einem Verhältnis von 4 neuen Aktien je 9 Altaktien beziehen. Das Papier legte am Freitag zu Handelsbeginn nach anfänglichen Verlusten zu.

Die Kapitalerhöhung kommt Börsianern zufolge zwar nicht unerwartet. "Alles in allem ist das eine gute Nachricht", sagte ein Analyst. Die Kapitalerhöhung falle allerdings deutlich höher aus, als von ihm erwartet. Mit der Kapitalerhöhung und dem Einstieg des Investors wäre Infineon gerettet und könnte sich dem operativen Geschäft zuwenden, sagte der Analyst. Im Branchenvergleich sei die Aktie attraktiv bewertet und könnte wieder in den Dax aufsteigen.

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