Chiphersteller Qualcomm erhöht Gebot für NXP – um eigene Übernahme zu verhindern

Qualcomm erhöht sein Angebot für den Rivalen NXP auf 44 Milliarden Dollar. Damit könnte der Chipriese seine eigene Übernahme durchkreuzen.
Update: 20.02.2018 - 17:13 Uhr Kommentieren
Qualcomm erhöht offenbar Angebot für NXP Quelle: Bloomberg
Platine von NXP

Wettbewerber Qualcomm erhöht sein Gebot auf 44 Milliarden Dollar.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf/San DiegoDer US-Chipkonzern Qualcomm hat die Offerte für den niederländischen Wettbewerber NXP Semiconductors erhöht. Insgesamt bietet Qualcomm nun 44 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Zunächst hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider über den Vorgang berichtet.

Mit neun NXP-Aktionären, die zusammen mehr als 28 Prozent der ausstehenden Aktien halten, seien bereits verbindliche Vereinbarungen geschlossen worden, teilte Qualcomm am Dienstag mit. Darunter ist auch der Fonds Elliott des Milliardärs Paul Singer. Er hatte zuvor den Deal über 38 Milliarden Dollar blockiert in der Hoffnung, einen besseren zu erreichen.

Zudem senkte der US-Konzern die Mindestannahmeschwelle für das Angebot von 80 auf 70 Prozent. Die Annahmefrist läuft nun bis zum 5. März. Qualcomm bekam für die Übernahme bereits grünes Licht von acht Regulierungsbehörden. Lediglich eine Freigabe aus China steht noch aus.

Qualcomm ist stark bei Funkchips für Smartphones und stellt auch den Hauptprozessor vieler Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android. NXP ist bekannt für die NFC-Funktechnologie, mit der zum Beispiel kontaktlose Zugangs- oder Bankkarten laufen. Außerdem ist NXP auch ein wichtiger Player bei Technik für vernetzte und autonome Fahrzeuge.

Der Schritt könnte Qualcomm auch dabei helfen, eine feindliche Übernahme durch den Rivalen Broadcom abzuwehren. Dieser hatte damit gedroht, sein Angebot von insgesamt 146 Milliarden Dollar zurückzuziehen, sollte Qualcomm seine Offerte für NXP aufstocken. Ein höherer Preis für NXP würde auch diesen Deal kostspieliger machen.

In der vergangenen Woche hatte Qualcomm abermals ein erhöhtes Angebot von Broadcom abgelehnt, ließ aber die Tür für weitere Gespräche offen. Man könne sich grundsätzlich auch einen Verkauf des Unternehmens vorstellen, wenn das Angebot angemessen sei, schrieb der Qualcomm-Verwaltungsrat am Freitag.

Das aktuelle Broadcom-Gebot bezeichnete das Qualcomm-Aufsichtsgremium weiterhin als „inakzeptabel“. Neben einem zu niedrigen Preis zeige Broadcom auch zu wenig Bereitschaft zu möglichen Zugeständnissen an Regulierer. Damit steuerte die Übernahme-Attacke auf einen Showdown vor Qualcomm-Aktionären auf der Hauptversammlung Anfang März zu.

Broadcom bietet pro Qualcomm-Aktie 60 Dollar in bar und eigene Anteile im Wert von 22 Dollar. Damit wird Qualcomm insgesamt mit 121 Milliarden Dollar bewertet und außerdem sollen Schulden von 25 Milliarden Dollar übernommen werden. Broadcom hatte betont, dass diese bereits einmal nachgebesserte Offerte das letzte Angebot sei. Das Angebot bedeutet einen Aufschlag von über 50 Prozent auf den Aktienpreis vor dem Durchsickern erster Übernahmegerüchte im vergangenen November.

Broadcom erklärte in einer ersten Reaktion auf den Qualcomm-Schritt lediglich, man prüfe nun die Optionen. Zugleich kritisierte Broadcom, dass damit zusätzliche Werte von Qualcomm-Aktionären zu NXP-Anteilseignern übergingen.

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  • dpa
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