Chiphersteller
Quimonda zwischen den Stühlen

Angesichts des bevorstehenden Produktionsstops beim insolventen Chiphersteller Quimonda fordert inzwischen neben dem Insolvenzverwalter auch eine Gewerkschaft eine Staatsbeteiligung. Doch der Freistaat Sachsen ist unnachgiebig - noch.

HB DRESDEN. Forderungen nach öffentlicher Beteiligung beim insolventen Speicherchipherstellers Qimonda werden nach Ankündigung des bevorstehenden Produktionsstopps lauter. Die IG Metall drängt den Freistaat Sachsen zum raschen Einstieg bei der Firma. Die bisher kategorische Ablehnung seitens der Landesregierung sei "eine klare, rein ideologische Position", sagte Halbleiterexperte der Gewerkschaft, Wigand Cramer, der "Berliner Zeitung" (Samstag). Alle Konkurrenten von Qimonda hierzulande, die es noch gebe, seien vom Staat gefördert.

Die Frage einer Beteiligung sei ohne Businessplan hypothetisch und stelle sich derzeit nicht, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nach Angaben von Regierungssprecher Peter Zimmermann in Dresden. Die Münchner Qimonda hatte am Freitag die Einstellung der Produktion am Standort Dresden zum 1. April angekündigt, da bisher kein Investor gefunden wurde. Derzeit arbeiten an den beiden wichtigsten Standorten München und Dresden noch rund 3500 Menschen. Im Januar hatte die Infineon-Tochter nach monatelangem Kampf wegen Milliardenverlusten auch aufgrund fallender Speicherchip-Preise Insolvenz anmelden müssen.

Im Hinblick auf einen möglichen Investor sei es wichtig, den Übergang zu gestalten, sagte Tillich. "Die Verantwortlichen bleiben aufgefordert, die bestehenden Instrumente zu nutzen." Es müsse weiter intensiv nach einem Investor gesucht und an einer Lösung gearbeitet werden. Es stehe viel Steuergeld auf dem Spiel, argumentierte IG Metall-Experte Cramer. "Ein Drittel der Chipindustrie in Sachsen haben die Steuerzahler bezahlt."

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