Chiphersteller
Sachsen verhandelt mit EU über Qimonda-Hilfe

Sachsen will bis Jahresende über eine Unterstützung für den schlingernden Speicherchiphersteller Qimonda entscheiden. Es gebe bereits erste Gespräche mit der EU-Kommission, sagte Wirtschaftminister Thomas Jurk (SPD).

HB DRESDEN. Ein Gutachten im Auftrag der Landesregierung solle unter anderem die Varianten einer Staatshilfe für die Infineon-Tochter untersuchen. Ob die EU-Kommission involviert werden muss, hängt Jurk zufolge von den Instrumenten ab, mit denen das Land Qimonda helfen will. "Ich hoffe, die EU ist da aufgeschlossen", sagte Jurk. Im Gespräch sind nach Informationen aus Branchenkreisen Subventionen, eine Beteiligung oder Bürgschaften.

Sachsens Finanzminister Georg Unland hatte bereits weder eine "massive staatliche Unterstützung" noch einen Zusammenbruch der Infineon-Tochter ausgeschlossen. Das Land will einen Abzug von Zukunftstechnologien verhindern. Ziel sei es, die Produktion von Halbleitern in der Region Dresden langfristig zu sichern, erklärte Wirtschaftsminister Jurk. Zugleich gehe es um die "Grundfrage, ob Europa bei der Mikroelektronik mit dabei sein will oder die Branche abgeschrieben wird".

Qimonda leidet schwer unter der globalen Speicherchipkrise und hat einen scharfen Sparkurs eingeschlagen. Das Unternehmen gibt fast die Hälfte seines Geschäfts auf und hat angekündigt, rund 3000 Stellen abzubauen. Der Qimonda-Betriebsrat hatte zuletzt eindringlich vor dem Firmenkollaps gewarnt, da die Barschaft des Unternehmens rapide schwindet. Der Mutterkonzern Infineon will der Tochter, die er im Frühjahr 2006 ausgegliedert hat, kein weiteres Geld zur Verfügung stellen, und versucht händeringend, die Mehrheit loszuwerden.

Derzeit hält Infineon noch 77,5 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge haben Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley und Konzernchef Peter Bauer bereits bei Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) um Unterstützung für die verlustträchtige Speicherchiptochter gebeten.

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