Chiphersteller
San-Disk lehnt Milliardenofferte von Samsung ab

Der US-Speicherchiphersteller San-Disk hat ein milliardenschweres Übernahmeangebot des koreanischen Elektrokonzerns Samsung ausgeschlagen. Seit Kurzen gibt es einen weiteren Interessenten.

HB SEOUL/SAN FRANCISCO. Der veranschlagte Preis von 5,9 Mrd. Dollar spiegele nicht "den inneren Wert" des kalifornischen Unternehmens wider, erklärte San-Disk in der Nacht zum Mittwoch. Die Amerikaner zeigten sich aber offen für eine höhere Offerte. Samsung hatte sich bereiterklärt, 26 Dollar in bar je San-Disk-Aktie zu zahlen - 80 Prozent mehr, als das Papier zuletzt an der Börse wert war.

Samsung-Chef Yoon-Woo Lee reagierte verschnupft auf die Ablehnung. In einem Brief an San-Disk-Chef Eli Harari schrieb er, er sei "tief enttäuscht, dass das Unternehmen an unrealistischen Erwartungen festhalte, sowohl was seine Bewertung als auch einen angemessenen Übernahmepreis angeht". Harari nannte das Angebot der Koreaner seinerseits opportunistisch. Samsung versuche Profit aus der Branchenkrise und San-Disks notleidendem Aktienkurs zu schlagen. Die Titel der Amerikaner, die mit 15,04 Dollar aus dem Handel gegangen waren, gewannen nachbörslichen 53 Prozent an Wert auf 23 Dollar.

Samsung hatte bereits Anfang September Interesse an San-Disk angemeldet und musste zuletzt Tempo machen. Am Dienstag hatte der nach Samsung zweitgrößte Hersteller von NAND-Flashspeichern Toshiba erklärt, ins Rennen um die Amerikaner einsteigen zu wollen. Toshiba betreibt zusammen mit SanDisk eine gemeinsame Chipfertigung in Japan. Die beiden wollten zusammen ihre Kapazitäten stark ausbauen.

Sollte Samsung die Übernahme gelingen, könnte sich der Branchenprimus jährlich 350 Mill. Dollar sparen, die er bislang als Lizenzgebühren für San-Disk-Technologien bezahlt, und seine Marktstellung weiter ausbauen. Ob Samsung sein Angebot aufstocke, sei noch nicht entschieden, sagte ein Konzernsprecher.

Analysten halten es für wahrscheinlich, dass sich die Koreaner San-Disk-Aktien von institutionellen Investoren zum Preis von je 26 Dollar sichern und einen Minderheitsanteil aufbauen, um damit ihrem Angebot mehr Nachdruck zu verleihen. "Angesichts des Kursverfalls und der anhaltenden Krise auf dem NAND-Flashspeichermarkt, muss es professionelle Investoren geben, die ihre Papiere an Samsung abgeben wollen", sagte Park Hyun von Prudential Investment & Securities. "Samsung hat sehr wahrscheinlich ein Arrangement vor der Offerte getroffen. Samsung könnte sich anfangs 20 bis 30 Prozent sichern und dann seine Beteiligung ausweiten." Der gebotene Preis beeindruckte die Experten. "Das ist ein riesiger Aufschlag auf den Kurs", sagte JP-Morgan-Analyst Yoshiharu Izumi.

Samsung vereint als Branchenführer dem Marktforscher iSuppli zufolge 42,3 Prozent des Weltmarkts für NAND-Flashspeicher auf sich. Toshiba hält 27,5 Prozent, Hynix 13,4 Prozent. Die Speicherchips, die Daten auch ohne ständige Stromversorgung speichern können, werden vor allem in Geräten wie Digitalkameras, Musikabspielgeräte und Handys verwendet. Die Hersteller lieferten sich allerdings zuletzt bedingt durch Überkapazitäten einen harten Preiskampf. Die Preise auf dem stark zyklisch geprägten Markt sind im Keller.

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