Chiphersteller steigert Quartalsgewinn und sieht stabile Nachfrage – Positives Echo am Technologiemark
Intel setzt sich vom Negativ-Trend ab

Gute Quartalszahlen bei Intel haben die trübe Stimmung in der Technologiebranche aufgehellt. Mit einem Ergebnis am oberen Rand der eigenen Prognose setzte sich der US-Chiphersteller von den enttäuschenden Ergebnissen anderer Technologieunternehmen wie IBM und AMD ab.

DÜSSELDORF. Vor allem hochwertige Produkte wie Prozessoren für Laptops trieben Umsatz und Gewinn. „Wir sehen eine ziemlich solide Nachfrage“, sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant am späten Dienstagabend bei der Vorstellung der Ergebnisse im kalifornischen Santa Clara. Daher will der weltgrößte Hersteller von Prozessoren seine Investitionen für 2005 weiter erhöhen. Im zweiten Quartal rechnet Intel aber mit etwas geringeren Umsätzen.

Von Januar bis März setzte das Unternehmen 9,4 Mrd. Dollar um – 17 Prozent mehr als im Vorjahr, aber zwei Prozent weniger als im Quartal zuvor. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag mit 34 Cent deutlich über den 31 Cent, die die Wall Street erwartet hatte. Zum guten Ergebnis trug der stabile Preis für Prozessoren bei. Analysten hatten zuvor mit einem Preisverfall gerechnet.

Zudem erhöhte die bessere Bruttomarge von 59,3 Prozent den Gewinn. Die Kennzahl gibt Auskunft über die Effizienz der eingesetzten Mittel. Sie lag um zwei Prozentpunkte über der Prognose von Intel. Grund sei die hohe Auslastung der Werke, sagte Bryant. Chip-Hersteller haben hohe feste Kosten durch ihre aufwendigen Fabriken. Daher sinken die Stückkosten mit der Auslastung deutlich. Zusätzlich konnte Intel die Entwicklungszeiten bei einigen neuen Produkten verkürzen.

In den vergangenen Jahren hatte Intel-Chef Craig Barrett massiv in die Produktion investiert, um die Kosten zu senken. Die jetzt erreichten Margen gelten daher auch als Verdienst des 65-Jährigen, der nach sieben Jahren bei Intel im Mai in den Ruhestand geht. Für das zweite Quartal rechnet Intel allerdings mit einer geringeren Marge von 56 Prozent. Diese resultiere auch aus der niedrigeren Umsatzprognose für das zweite Quartal. Intel erwartet jetzt 8,6 bis 9,2 Mrd. Dollar Umsatz.

Trotzdem wollen die Amerikaner 5,4 bis 5,8 Mrd. Dollar in neue Fabriken stecken, bislang waren sie nur von bis zu 5,3 Mrd. Dollar ausgegangen. Das Geschäft laufe besser als erwartet, begründete Intel die neuen Pläne. Zudem setze der Konzern größeres Vertrauen in die 65-Nanometer-Technologie, die mehr Leistung zu günstigeren Kosten ermöglicht. Intel will diese Technik ebenso wie den Zwei-Kern-Prozessor in diesem Jahr einführen und damit gegen den Konkurrenten AMD punkten.

Als Wachstumsregion erwies sich für Intel wiederum Asien, während der Umsatz in Nord- und Südamerika weiter leicht zurückging. Der Anteil des Europageschäfts sank gegenüber dem Vorjahresquartal um zwei Prozentpunkte auf 22 Prozent des Umsatzes.

Die weltweiten Technologiemärkte reagierten positiv auf die Intel-Zahlen. Im Deutschen Aktienindex legten die Technologie-Werte Infineon (plus 1,9 Prozent) und SAP (plus 1,1 Prozent) zu. SAP legt heute Zahlen vor.

Intel gilt als Frühindikator für große Teile der Technologiebranche. Das Unternehmen stattet weltweit 80 Prozent aller PCs mit seinen Prozessoren aus. Außerdem fragen Automobil- und Maschinenbauer Chips der Kalifornier nach. Intel-Konkurrent AMD hatte in der vergangenen Woche für das erste Quartal zwar deutliche Zuwächse von 31 Prozent im Prozessor-Geschäft gemeldet. Weil Intel AMD bei Flash-Memory-Bausteinen aber stark unter Druck setzt, war AMD in die roten Zahlen gerutscht. IBM, ein anderer Technik-Leitwert, hatte vergangene Woche mit schwachen Quartalszahlen Konjunkturängste geschürt. Die Schwäche des US-Computerbauers resultiert aber vor allem aus Management-Problemen im Vertrieb.

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