Chiphersteller Trump verbietet Qualcomm-Übernahme durch Broadcom

Der US-Präsident blockiert den Kauf von Qualcomm durch Broadcom. Die Begründung: Der Deal könnte die nationale Sicherheit gefährden.
Update: 13.03.2018 - 06:48 Uhr 3 Kommentare

117-Milliarden-Dollar-Übernahme: Trump blockiert Qualcomm-Deal

117-Milliarden-Dollar-Übernahme: Trump blockiert Qualcomm-Deal

New YorkUS-Präsident Donald Trump hat die Übernahme des amerikanischen Chipherstellers Qualcomm durch den in Singapur sitzenden Technologiekonzern Broadcom blockiert. Als Grund führte er Bedenken wegen der nationalen Sicherheit an, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Broadcom hatte für den Kauf des auf Halbleiter für Mobiltelefone spezialisierten Unternehmens Qualcomm ein milliardenschweres Angebot gemacht.

„Die geplante Übernahme von Qualcomm durch den Käufer ist verboten, ebenso wie eine gleichwertige Fusion, Übernahme oder Übernahme, ob direkt oder indirekt“, heißt es in Trumps Verordnung.

Mit Trumps Veto wird die bislang größte Übernahme in der Geschichte der US-Computerindustrie aufgehalten. Bereits von Anfang an war Broadcom auf Widerstand gestoßen - unter anderem wies der amerikanische Chiphersteller das erste Angebot in Höhe von 103 Milliarden Dollar als zu niedrig zurück.

Das Übernahmeangebot von Broadcom wurde im vergangenen Jahr öffentlich gemacht. Bei Aktionären hatte es aber vor allem Skepsis ausgelöst. Zudem war eine kartellrechtliche Prüfung notwendig. Trumps Schritt folgte laut Weißem Haus auf die Empfehlung des Ausschusses für ausländische Investitionen in die USA (CFIUS).

Abgeordnete der Republikaner hatten sich hinter die Entscheidung von CFIUS gestellt, das mehr Zeit für eine Überprüfung des Übernahmegebots verlangt hatte. Eine Untersuchung durch den Ausschuss habe nationale Sicherheitsbedrohungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Qualcomm durch die in Singapur ansässige Broadcom bestätigt, zitiert „Bloomberg News“ aus einem Brief des Ausschusses.

„Da es an Informationen mangelt, die die Einschätzung von CFIUS hinsichtlich der nationalen Sicherheitsrisiken durch diese Transaktion erleichtern, kann es sein, dass der Ausschuss weitere Maßnahmen ergreifen muss – darunter auch eine Überweisung der Entscheidung über die Transaktion an den Präsidenten“, hieß es vor Trumps Einschreiten in dem Schreiben. Nur der Präsident kann eine ausländische Übernahme aus Gründen der nationalen Sicherheit blockieren.

CFIUS hatte bereits im Vorfeld Sorgen geäußert, dass Broadcom aus Kostengründen die Forschung und Entwicklung bei Qualcomm stoppen könnte und es so im Rennen um die nächste Generation der Wireless-Technologie gegen ausländische Rivalen wie Chinas Huawei Technologies Co schwächen würde.

Es ist das bislang fünfte Mal, dass ein US-Präsident eine Übernahme auf Basis von Bedenken des CFIUS-Komitees blockiert hat. Unter Trump ist es das zweite Mal seit er im Januar 2017 sein Amt antrat.

Broadcom sagte am Montag in einer Erklärung, dass es mit CFIUS „völlig transparent“ gewesen sei. Das Unternehmen, das 2017 den Umzug in die USA angekündigt hatte, sagte, es sei „in jeder Hinsicht ein US-amerikanisches Unternehmen“ und habe zuvor die Genehmigung von CFIUS für den Erwerb amerikanischer Unternehmen erhalten.

Nach Broadcoms Gebot für Qualcomm hatte Trump den Geschäftsführer des Unternehmens, Hock E. Tan, 2017 ins Weiße Haus eingeladen. Fast zeitgleich hieß es damals, das Unternehmen werde in die USA ziehen. Der Umzug wird vermutlich bis zum 3. April vollzogen sein und sollte nach Hoffnung von Broadcom die Übernahme Qualcomms erleichtern.

Fraglich ist, wie es nun weitegeht: Erst am Freitag schrieb das „Wall Street Journal“, dass Broadcom selbst im Visier eines Konkurrenten ist. Demnach denkt Branchenprimus Intel darüber nach, den Rivalen zu schlucken, sollte dieser bei Qualcomm tatsächlich zum Zuge kommen und damit deutlich an Marktmacht gewinnen. Doch danach sieht es nun nicht mehr aus.

Broadcom hatte für Qualcomm in der Spitze 121 Milliarden Dollar geboten, plus die Übernahme von Schulden in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Das heutige Broadcom ist bereits das Produkt einer Serie von Übernahmen: Der Netzwerk-Spezialist Avago aus Singapur hatte die Chipfirma Broadcom gekauft und deren Namen übernommen.

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3 Kommentare zu "Chiphersteller: Trump verbietet Qualcomm-Übernahme durch Broadcom"

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  • Herr Peter Spiegel
    13.03.2018, 09:17 Uhr
    Herr Trump ist wie immer wachsam, wenn man hier an die EU-Loser denkt, die merkten nicht mal, daß wieder ein Laden nach China wandert.
    .........................

    TRUMP HAT NOCH NICHT EIN WICHTIGER TEIL SEINER AMTSZEIT ERFÜLLT !!!!!

    So wie die USA eine Heimatschutz gebildet hatte um sich vor weltlicher Terrorismus zu bewahren, ( In der Europäische Union warten 500 Millionen noch heute um gleiches ! )
    DA MUSS TRUMP NOCH SEINE PFLICHT ERFÜLLEN UND FÜR DIE USA DAS GLEICHER INSTRUMENT IM USA INSTALLIEREN UM DIE US-WIRTSCHAFT WELTWEIT ZU ERWEITERN UND AUF AMERIKANISCHER BODEN ZU SICHERN !



  • https://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschafts-news-innogy-zahlt-unveraenderte-dividende_id_8595261.html
    Trump blockiert Mega-Übernahme des Chipkonzerns Qualcomm
    Dienstag, 13. Februar 2018, 03.42 Uhr:US-Präsident Donald Trumphat den beispiellosen Übernahmeangriff auf den Chipkonzern Qualcomm blockiert. Der Konkurrent Broadcom, der bis zu 146 Milliarden Dollar für Qualcomm zahlen wollte, könnte der nationalen Sicherheit der USA schaden, erklärte Trump am Montag zur Begründung der Blockade. Der Deal wäre der bisher teuerste Zukauf in der Technologie-Branche.
    Qualcomm wehrt sich vehement gegen den Übernahmeversuch - und das macht den Vorstoß Trumps so ungewöhnlich: Üblicherweise griffen US-Präsidenten erst ein, wenn ein Deal stand.

    ..................

    Es ist immer nur anzuraten eine Wirtschaftliche oder Politische nachricht zu vergleichen.

    Darüber hinaus :

    Für US-PRESIDENT TRUMP ERNEUT EIN GROSSES LOB FÜR SEINE VORAUSSEHENDE UND ZUKUNFTSSICHERNDE HANDLUNGEN UND ENTSCHEIDUNGEN !

    Wieder einmal muß diese Europäische Union bei Herr Trump in die schule gehen um genauso das europäischen Kontinent vor hauptsächlich direkte und indirekte Chinesische Feindliche Übernahmen oder beteiligungen zu blockieren !

    DAIMLER wird in 5 Jahren schlechter da stehen als heute !
    Doch man erkennt die Spielchen die im Hinterhof ablaufen bei Daimler heute noch nicht und später wird CHINA die EU und dessen Autohersteller alle auslachen.
    Darunter leiden werden wieder einmal die Europäer mit weitere Verluste von ihre europäischen Arbeitsplätzen zu Gunsten von CHINA !

    In 5 Jahren sprechen wir uns wieder wenn DAIMLER in der Absatzkrise ihrer Fahrzeuge sich befindet !



  • Herr Trump ist wie immer wachsam, wenn man hier an die EU-Loser denkt, die merkten nicht mal, daß wieder ein Laden nach China wandert. Wer hauptsächlich mit Suppenküchen befaßt ist, kennt sich vielleicht mit Sellerie aus aber mit Technik bestimmt nicht, wie man jeden Tag hier lesen kann.

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