Chipindustrie
Autokrise bereitet NXP Sorgen

Zum Autohändler fahren die Europäer in diesen Tagen allenfalls, um Winterreifen montieren zu lassen. Neuwagen kauft angesichts Krise kaum jemand. Dies tut nicht nur Herstellern wie Mercedes und BMW weh, sondern auch den Zulieferern aus der Halbleiterbranche. Für den Chipkonzern NXP ist der Absturz der PKW-Produzenten besonders bitter.

MÜNCHEN. Die Niederländer haben sich erst jüngst von ihrem Handygeschäft getrennt, um sich auf vermeintlich lukrativere Bereiche zu konzentrieren. Einer davon ist das Geschäft mit der Autoindustrie.

Jetzt braucht NXP-Chef Frans van Houten erst einmal starke Nerven. „Wenn die Autofabriken dieses Jahr im Dezember geschlossen sind, dann hat das Quartal für uns nur zwei Monate“, sagte der Manager im Gespräch mit dem Handelsblatt. Um acht bis 14 Prozent werde der Umsatz im vierten Quartal im Vergleich zu den vorhergehenden drei Monaten sinken, hat NXP im jüngsten Zwischenbericht angekündigt.

Obwohl NXP erst im September ein weitreichendes Umbauprogramm vorgestellt hat, denkt van Houten bereits über weitere Schritte nach. „Sollte es noch weiter nach unten gehen, würde ich vor zusätzlichen Maßnahmen nicht zurückschrecken“, betonte er. Das Management der ehemaligen Halbleitersparte von Philips habe bereits verschiedene Szenarien erarbeitet, um sich auf einen noch schärferen Abschwung einzustellen.

NXP ist nicht der einzige Halbleiterhersteller, der das Autogeschäft in jüngster Zeit forciert hat. Auch der Münchener Konkurrent Infineon setzt nach der Trennung von den Speicherchips große Hoffnungen auf die KFZ-Branche. „Der Wert der Halbleiter im Auto wird in den nächsten Jahren kräftig steigen“, sagt Ulrich Schäfer vom Stuttgarter Autozulieferer Bosch. Derzeit werden weltweit im Schnitt Chips für rund 300 Dollar in einen Wagen eingebaut. 2012 werden es nach Ansicht von Schäfer bereits 388 Dollar sein, im Jahr 2020 mehr als 700 Dollar. Dazu kommt, dass der Absatz von Autochips in den vergangenen Jahren wesentlich stabiler war als etwa das Geschäft mit Speicherchips.

Solche langfristigen Prognosen helfen den Chipherstellern in diesen Tagen allerdings wenig. Die nahe Zukunft sieht düster aus. Immer mehr Autobauer entschließen sich dazu, ihre Werke für einige Wochen dichtzumachen. Deshalb drängt NXP-Chef van Houten darauf, sein Restrukturierungsprogramm so schnell durchzubringen. „Der größte Teil müsste im ersten Quartal 2009 umgesetzt sein“, sagte er.

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