Chipindustrie
Infineon bleibt krank – und fürchtet Qimonda

Die Tochter Qimonda steht in der Insolvenz - davon kann bei Infineon zwar keine Rede sein, aber gut geht es dem Halbleiter-Konzern auch nicht. Infineon blickt wenig optimistisch in die Zukunft und erwartet fürs zweite Quartal keine guten Zahlen. Und Qimonda könnte Infineon noch schwer in Mitleidenschaft ziehen.

HB MÜNCHEN. Der Halbleiterkonzern Infineon hat im Startquartal des Geschäftsjahres 2008/2009 erneut rote Zahlen geschrieben. Das operative Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten lag 116 Millionen Euro im Minus, wie der Konzern am Freitag in München berichtete. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Plus von 48 Millionen Euro in den Büchern. Wird die - inzwischen insolvente - Konzerntochter Qimonda berücksichtigt, fiel ein Fehlbetrag von insgesamt 404 Millionen Euro an, nach 529 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Der Umsatz ging wegen der rasant sinkenden Nachfrage um 24 Prozent auf 830 Millionen Euro zurück, bereinigt um Effekte aus dem stärkeren Dollar hätte das Minus 26 Prozent betragen. Analysten hatten im Schnitt nur mit Erlösen von 806 Millionen Euro und einem Fehlbetrag von 547 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz sei in allen operativen Segmenten zurückgegangen, teilte Infineon mit, am stärksten seien die Bereiche Automotive und Wireless Solutions betroffen gewesen. Im laufenden zweiten Quartal würden die übrigen drei Segmente getroffen. Im zweiten Quartal erwartet Infineon einen Umsatzrückgang von ungefähr zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die Zahlen von Infineon zum ersten Geschäftsquartal sind einem Händler zufolge "etwas besser als befürchtet" ausgefallen. Der Ausblick für das zweite Quartal sei dagegen schwach, sagte er in einer ersten Reaktion am Freitagmorgen. Die Aktie zog vom Handelsbeginn an deutlich an und lag zwischenzeitlich mit rund elf Prozent im Plus. Händler warnten aber, den Kursanstieg zu ernst zu nehmen. Schließlich ist Infineon ein Pennystock und äußerst volatil. Außerdem ist die Aktie lediglich mit 0,13 Prozent im Dax gewichtet.

Infineon setzt indes weiter aufs Sparen. Statt 250 Mio. Euro will das Unternehmen jetzt 600 Mio. Euro jährlich mehr in der Kasse übrig behalten, wie Infineon in München mitteilte. Die Einsparungen setzten sich aus etwa 200 Mio. Euro bei den Betriebskosten und 400 Mio. Euro bei den Fertigungskosten zusammen, hieß es. Infineon hat unter anderem Kurzarbeit an den Standorten Regensburg und Dresden verordnet, sein Bonussystem umgestellt und gibt weniger Geld für Reisen aus. Die Einsparungen sollen schon in diesem Geschäftsjahr voll greifen, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Darüber hinaus senkt Infineon sein Budget für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in diesem Geschäftsjahr (bis Ende September) von 250 auf 200 Mio. Euro. Der Konzern leidet schwer unter der Wirtschaftsflaute. Der Umsatz ging von Oktober bis Dezember binnen drei Monaten um 28 Prozent zurück.

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