
Santa ClaraNach acht Jahren bekommt der weltgrößte Chipkonzern Intel einen neuen Vorstandschef: Der bislang als COO (Chief Operating Officer) fürs Tagesgeschäft zuständige Brian Krzanich löst zur Hauptversammlung am 16. Mai Paul Otellini auf dem Spitzenposten des CEO (Chief Executive Officer) ab. Damit hat der zuständige Verwaltungsrat einen Kandidaten ausgewählt, der seit 31 Jahren im Unternehmen ist.
Der 52-jährige Krzanich erklärte am Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Santa Clara, er werde Intel „in die nächste Ära führen“. Der Konzern bekommt momentan schmerzlich den Umschwung vom PC hin zu Smartphones und Tablet-Computern zu spüren. Während Intel-Prozessoren vier von fünf PCs antreiben, stecken in den mobilen Geräten zumeist stromsparende Chips auf Basis der Technologie des britischen Entwicklers ARM.
Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammten 4 von 10 Geräten von Apple (39,6 Prozent Marktanteil nach 58 Prozent im Vorjahr). Apple steigerte zwar den Absatz seiner Tablets auf 19,5 Millionen Stück, der gesamte Markt wuchs jedoch schneller, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.
Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 8,8 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 17,9 Prozent.
Den Absatz steigerte auch Asus deutlich. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,7 Millionen Tablets – 5,5 Prozent Marktanteil.
Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt. Das Unternehmen steigerte den Absatz von 700.000 auf 1,8 Millionen Geräte, der Marktanteil blieb mit 3,7 Prozent praktisch konstant.
Microsoft verkauft erst seit kurzer Zeit eigene Hardware. Der Konzern setzte seinen Tablet-Computer Surface laut IDC 900.000 Mal ab und erreichte damit 1,8 Prozent Marktanteil.
Dass Otellini aufhören wird, war seit November vergangenen Jahres bekannt. Für Intel ist ein solcher Wechsel ein großes Ereignis. In der Firmengeschichte ist Krzanich erst der sechste Konzernchef. „Ich fühle mich geehrt, dass ich die Möglichkeit bekomme, Intel zu lenken“, sagte Krzanich. Die Anleger waren weniger begeistert: Vorbörslich fiel der Kurs um 1 Prozent.