Chipkonzern schockt mit dickem Minus
Infineon sieht Jahresziel in Gefahr

Die schwache Nachfrage nach Handys und Computern hat den größten europäischen Chipkonzern Infineon im zweiten Quartal 2004/05 überraschend tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Vorstandschef Wolfgang Ziebart sieht den geplanten operativen Gewinn im Geschäftsjahr nun in Gefahr und drängt auf eine schnelle Lösung der Probleme mit den größten Verlustbringern.

HB MÜNCHEN. Von Januar bis März 2005 schrieb Infineon einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 117 Mill. €. Im Quartal zuvor waren, begünstigt durch einmalige Lizenzeinnahmen, noch 211 Mill. € Gewinn angefallen. „Unsere konservativen Erwartungen haben sich leider bewahrheitet“, sagte Ziebart am Dienstag in München. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur ein Minus von 40 Mill. € erwartet, Infineon verbuchte aber auch 74 Mill. € Einmalaufwendungen für Umstrukturierungen.

Der Infineon-Chef sagte, das Ziel, das bis 30. September laufende Geschäftsjahr operativ mit Gewinn abzuschließen, bleibe. Wegen der drastisch schlechteren Marktbedingungen sei dies aber viel schwieriger geworden. An der Börse rutschte die einst für 35 € ausgegebene Infineon-Aktie um vier Prozent auf 6,80 € ab und führte die Verliererliste im Dax an.

Analysten zeigten sich enttäuscht von den Zahlen. „Der Ausblick ist sehr schwach“, erklärte die Investmentbank JP Morgan. Finanzexperten wiesen auch darauf hin, dass Infineon Marktanteile verliere. „Jeder zielt auf Infineon, da sie als einer der schwächeren Spieler auf dem Markt angesehen werden“, sagte Robert Sellar von Aberdeen Asset Management.

Ziebart sagte in einer Telefonkonferenz, auch im dritten Quartal erwarte das Unternehmen keine wesentliche Steigerung der Nachfrage. Daher werde sich Infineon weiter auf die Senkung der Kosten und die Umstrukturierung unrentabler Bereiche stürzen. Es werde geprüft, „welche Felder können wir zurückholen und welche müssen wir ausmerzen“, sagte Ziebart. Infineon hatte zuletzt die Senkung der Kosten um 200 Mill. € angekündigt, einen Großteil seines Glasfasergeschäfts verkauft und die Schließung einer Fabrik in München-Perlach bekannt gegeben. Ob und welche Bereiche vor einem Verkauf stehen, wollte Ziebart nicht sagen.

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