Chipkonzern überrascht Analysten
Neuer Infineon-Chef in Sicht

Überraschung nach den Turbulenzen um den vor vier Wochen überraschend zurückgetretenen Vorstandschef Ulrich Schumacher: Infineon hat im zweiten Quartal 2003/04 den operativen Gewinn stabil gehalten. Damit hatten Analysten nicht gerechnet. Zudem könnte schon bald ein neuer Chef im Amt sein.

HB MÜNCHEN. „Wir könnten bereits Ende Juli einen Nachfolger im Amt haben, spätestens aber im September“, kündigte Interimschef Max Dietrich Kley in München an. Es gebe zwei Kandidaten aus Deutschland mit Erfahrung im Halbleitergeschäft, wobei eine interne Lösung ausscheide. Er plane, diese in den kommenden Wochen dem Aufsichtsrat zu präsentieren, der voraussichtlich dann auch entscheiden werde.

Obwohl der sechstgrößte Halbleiterhersteller der Welt in seinem zweiten Geschäftsquartal die Märkte mit einem stabilen Gewinn positiv überraschte, büßte die Aktie bis zum Nachmittag rund vier Prozent ein und führte die Verliererliste im Deutschen Aktienindex an. „Wir erwarten insgesamt ein stabiles Wachstum und positive Ergebnisse“, sagte Kley mit Blick auf das am 30. September endende Gesamtjahr 2003/04. Vorstandsmitglied Peter Bauer bekräftigte, Infineon fühle sich mit den aktuellen Prognosen von Analysten wohl. Diese gingen von einem operativen Gewinn (Ebit) von rund 430 Mill. € sowie einem Umsatz in Höhe von knapp sieben Mrd. € aus. Der weltweite Halbleitermarkt wird dem Konzern zufolge 2004 um 22 % wachsen - vier Prozentpunkte mehr als zuletzt erwartet.

„Im zweiten Quartal hat sich das Geschäft von Infineon weiter positiv entwickelt“, sagte Kley. Als Gründe nannte er eine starke Nachfrage sowie Produktivitätssteigerungen. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel von Januar bis März ein Gewinn von 71 (Vorquartal: 70) Mill. € an - drei Mal mehr als von Analysten erwartet. Den Umsatz im Quartal bezifferte Infineon auf 1,67 (1,62) Mrd. €. Im ersten Kalenderquartal 2003, als die Branche noch mitten in der Halbleiterkrise steckte, hatte Infineon noch einen operativen Verlust von 223 Mill. € eingefahren. Unter dem Strich fiel im Zeitraum Januar bis März ein Gewinn von 39 (Vorquartal 34) Mill. € an. Dabei sei die Auflösung von Rückstellungen im Zuge einer günstigen Entscheidung in einem Rechtsstreit durch andere Sondereffekte im wesentlichen kompensiert worden, hieß es.

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