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10.11.2008 
Medienbranche

Christiane zu Salm verlässt Burda

von Hans-Peter Siebenhaar
Christiane zu Salm litt offenbar darunter, dass sie zu wenig Freiheiten hatte.Lupe

Christiane zu Salm litt offenbar darunter, dass sie zu wenig Freiheiten hatte.

Generationswechsel bei Burda gerät ins Stocken: Die Verjüngung der Führung des Medienkonzerns Burda läuft nicht wie geplant. Vorstandsmitglied Christiane zu Salm wird den Medienkonzern Burda bis Ende November verlassen. Das bestätigte Burda am Montagnachmittag.

DÜSSELDORF. Die Verjüngung der Führung des Medienkonzerns Burda läuft nicht wie geplant. Vorstandsmitglied Christiane zu Salm wird den Medienkonzern Burda bis Ende November verlassen. Das bestätigte Burda am Montagnachmittag. Der Vorstandsposten wird voraussichtlich nicht neu besetzt. Denn Salms Zuständigkeiten werden zwischen Finanz- und Beteiligungsvorstand Paul-Bernhard Kallen und dem neuen Verlagsvorstand Philipp Welte aufgeteilt.

Offenbar wurden der Gründerin des Fernsehkanals Neun Live zu wenige unternehmerische Freiheiten bei Burda gewährt. Zudem sollen Kompetenzstreitigkeiten die Arbeit der 42jährigen Medienmanagerin beeinträchtigt haben. Die Trennung erfolgt einvernehmlich. Es gebe keinen Bruch zwischen Salm und Hubert Burda, berichten Insider. Salm hat sich offenbar in einem Konzern mit komplizierten Entscheidungsstrukturen nicht optimal zurecht gefunden. Bislang hatte die Manager eher überschaubare Unternehmen geleitet und gekauft.

Zu Salm hatte sich bei Burda um die bessere Verzahnung von Print- und Onlineinhalten gekümmert. Zu ihren Kompetenzen gehörten auch die verlagsnahen digitalen Beteiligungen. Außerdem war die gebürtiger Mainzerin für das Direktkundengeschäft in Offenburg mit einem Jahresumsatz von rund 200 Mio. Euro zuständig.

Mit der Trennung gerät der Generationswechsel bei Burda ins Stock. Mit Salm wollte Eigentümer Hubert Burda den Vorstand verjüngen und neue Geschäftsfelder im Bereich Internet und Werbung erschließen. Doch für viele geplante Zukäufe und Projekte bekam die Managerin offenbar kein grüner Licht.

Christiane zu Salm war zuvor Gründerin von Fernsehkanälen wie Neun Live sowie dem Reisesenders Sonnenschein sowie Deutschland-Chefin des Musiksenders MTV. Über die Zukunftspläne der Medienmanagerin ist nichts bekannt. Zu Salm sitzt seit 2008 im Verwaltungsrat des Schweizer Medienkonzerns Ringier („Blick“, „Cicero“).

Der Abritt von Salm steht offenbar auch im Zusammenhang mit der Rückkehr des früheren Burda-Managers und Marketingexperten Philipp Welte. Der langjährige Vertraute von Hubert Burda wird ab 1. Dezember Vorstand für Verlage, Vermarktung und Vertrieb. Welte arbeitete schon von 1994 bis Ende 2006 bei Burda, zuletzt als Geschäftsführer der Burda People Group. Der bisherige Manager des Zeitungskonzerns Axel Springer tritt die Nachfolge von Jürgen Todenhöfer an. Der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und Vorstand Verlage, Finanzen & Verwaltung scheidet offiziell mit seinem heutigen 68. Geburtstag am Dienstag aus.

Todenhöfer war am 1. Februar 1987, kurz nach der Übernahme der alleinigen Führung des Konzerns durch Hubert Burda, von diesem ins Unternehmen geholt und bereits nach wenigen Monaten zum stellvertretenden Vorsitzenden berufen worden.

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