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Chrome: Glänzender Angriff: Die Google-Attacke

In den 90er Jahren degradierte Microsoft den führenden Internetbrowser seiner Zeit zur Bedeutungslosigkeit. Jetzt gerät der Softwarehersteller mit seinem Internet Explorer in Bedrängnis: Erzrivale Google wirft ein eigenes Produkt auf den Markt und schlägt damit ein neues Kapitel im Kampf Google versus Microsoft auf.

Logo des neuen Google-Browsers "Google Chrome".
Logo des neuen Google-Browsers "Google Chrome".

HB DÜSSELDORF. Google startet mit einem eigenen Browser namens Chrome einen Frontalangriff auf Microsoft. Eine Testversion der Software sollte zum Herunterladen bereitstehen, teilte der Internet-Konzern im offiziellen Unternehmensblog mit.

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Mit Google Chrome könnte der Suchmaschinenbetreiber den Markt kräftig durcheinander wirbeln. Noch ist Microsofts Internet-Explorer der unumstrittene Platzhirsch. Doch die Dominanz nimmt seit Jahren ab: derzeit liegt der Marktanteil bei knapp 75 Prozent, noch vor einigen Jahren waren es mehr als 90.

Aktuell ist der Open-Source-Browser Firefox der Hauptkonkurrent - der Marktanteil liegt derzeit bei 20 Prozent. Erst im Juni wurde die Version mit 3.0 freigegeben, die bei Nutzern sehr beliebt ist. Dritter im Bunde ist Apple mit Safari mit einem Marktanteil von 6,7 Prozent.

Auch hinter Firefox steht der Suchmaschinenkonzern Google: Er finanziert die Stiftung Mozilla, die den Browser betreibt. Erst vor wenigen Tagen hat die Non-Profit-Organisation die Kooperation mit dem Suchmaschinen-Giganten bis zum Jahr 2011 verlängert.

Schon wird kräftig spekuliert, was Chrome eigentlich sein könnte. Browser oder gar ein komplettes Betriebssystem. Denn im Google-Comic wird der Open Source Browser als eine von Grund auf neue entwickelte Technologie beschrieben, bei der jedes Tab in einem eigenen, unabhängigen Prozess abläuft und damit mehr Stabilität und höhere Effizienz bei der Ausnutzung der Speicherleistung verspricht. Die Tabs werden dabei auf der Oberseite des Browser-Fensters dargestellt.

So erkennt der ehemalige Star-Analyst und Technik-Blogger Henry Blodget mehr als einen simplen Browser: Chrome sei der nächste Schritt hin zu einem Google-Betriebssystem. "Google launcht ein Betriebssystem und nennt es einen Browser", schreibt Blodget in seinem Blog Alleyinsider. Auf jeden Fall wird Chrome mehr als nur eine Alternative zum Explorer-, Firefox- oder Safari. So können über das Gears-Konzept, das Google für Chrome ankündigt, Online-Anwendungen auch offline genutzt werden.

Weg vom klassischen Suchmaschinengeschäft

Seit längerem versucht Google die Abhängigkeit vom klassischen Suchmaschinengschäft zu reduzieren. Wie am Fließband entstehen immer neue Webanwendungen: Google Earth, Google Maps, Google Office Tools und zuletzt Google Android als Betriebssystem für Mobiltelefone.

Man habe sich wegen Unzulänglichkeiten der bisher verwendeten Software zur Entwicklung von Chrome entschlossen, erklärte Google. Das Ziel sei ein Browser, mit dem komplexe Web-Anwendungen deutlich besser laufen. Die bislang auffälligste Neuerung besteht darin, dass einzelne Unter-Fenster (Tabs) getrennt voneinander wie einzelne Prozesse laufen. Das soll die Stabilität des Programms erhöhen.

Auch der Datenschutz soll bei Chrome auf ein neues Niveau gehoben werden, denn der Browser beinhaltet beispielsweise ein so genanntes "incognito"-Fenster. Dort ist sichergestellt, dass keine der angezeigten Daten auf dem lokalen Rechner gespeichert werden. Das klingt gut, könnte sích aber auch nach einem Power-Tool für Porno-Freunde.

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