Cinemaxx ist sauer: Kinobetreiber setzen US-Streifen „King Kong“ kurzfristig ab

Cinemaxx ist sauer
Kinobetreiber setzen US-Streifen „King Kong“ kurzfristig ab

Die Kinobetreiber Cinemaxx und Cinestar liegen mit dem weltweit führenden Filmverleiher United International Pictures (UIP) im Clinch. Die Multiplex-Betreiber haben das Abenteuer-Epos „King Kong“ nach mehr als zwei Monaten kurzfristig aus dem Programm genommen, weil UIP den DVD-Verkauf auf den 4. April vorgezogen hat.

hps/lip HAMBURG. „Hätten wir gewusst, dass die DVD-Version so frühzeitig kommt, wäre der Film nicht in unsere Kinos gelangt“, sagte ein Cinemaxx-Sprecher. Cinemaxx war davon ausgegangen, dass UIP die DVD-Version wie üblich erst nach sechs Monaten – also Mitte des Jahres – auf den Markt bringt.

In Deutschland ist dieser Vorgang bislang einmalig. Der US-Filmverleiher soll den DVD-Start vorgezogen haben, um möglichst schnell die hohen Kosten für die Filmproduktionen einzuspielen, heißt es in Branchenkreisen. Das DVD-Geschäft in Deutschland brummt nur kurz vor Ostern und Weihnachten.

Leidtragende ist nun die kriselnde deutsche Kinobranche, die weniger Einnahmen erzielt. Denn der US-Streifen „King Kong“ stand mit 2,7 Mill. Besuchern und einem Einspielergebnis von rund 17 Mill. Euro kurz davor, die erste „Goldene Leinwand“ in diesem Kinojahr zu werden. Zwölf derartige Blockbuster benötigen die deutschen Kinobetreiber pro Jahr, um langfristig zu überleben, heißt es in Branchenkreisen. Sieben waren es 2005.

UIP will den Rückzug nicht kommentieren. „Dies war eine internationale Entscheidung“, sagt eine Sprecherin. Cinestar war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Die deutsche Kinobranche erlebte 2005 das schwärzeste Jahr seit 1995. „Ein Grund für die Kinokrise ist auch das schlechte Produkt“, sagt Fred Kogel, Vorstandschef der Constantin Film. Die Besucherzahlen brachen um knapp 19 Prozent auf 127 Millionen ein. Der Umsatz sank von 893 Mill. Euro im Jahr 2004 auf 745 Mill. Euro, teilte Filmförderungsanstalt (FFA) mit. Für 2006 hofft FFA-Vorstand Peter Dinges auf eine Trendwende. „Ich gehe davon aus, dass der Besucherrückgang in diesem Jahr gestoppt ist“, sagte er.

Kogel warnt vor allzu viel Optimismus: „Beim Kino gibt es keine Hoffnung auf eine generelle Marktumkehr.“ Dennoch rechne er trotz der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer mit einem besseren Kinojahr als 2005.

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