Cisco und Juniper
Netzwerk-Firmen melden sich zurück

Sie galten nach dem Platzen der Internetblase vor rund fünf Jahren als eine sterbende Branche: die Spezialisten für so genannte Router und Switches – Weichen und Schalter zur Steuerung des Datenverkehrs. Doch was Cisco oder Juniper seit einiger Zeit präsentieren, ist alles andere als ein Totengesang. Es ist ein Comeback erster Güte.

FRANKFURT. Cisco oder Juniper haben ihre Kritiker zum Schweigen gebracht – mit zweistelligen Wachstumsraten und einem Nachfrageboom, dessen Ende nach Ansicht von Analysten derzeit nicht in Sicht ist. „Unsere Situation ist vergleichbar mit den Mainframes, den Großrechnern. Auch sie wurden totgesagt, doch der rasante Anstieg der Datenmenge lässt sie in neuem Glanz erstrahlen“, bringt Hans-Peter Bauer, Vice-President von Juniper Networks für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika, die Situation auf den Punkt.

Der neue Glanz bei den Netzwerk-Spezialisten hat mehrere Gründe. Zum einen verlangen neue Geschäftsideen im Internet wie etwa Fototauschbörsen oder Video-Seiten nach höheren Bandbreiten. Folglich müssen die Internet-Dienstleister und Carrier (Telefongesellschaften) das Netz und seine Komponenten aufrüsten.

Daran ändert nach Ansicht von Bauer auch die schwierige Situation vieler europäischer Telekommunikationsgesellschaften nichts. Im Gegenteil: Der Zwang, sich vom Wettbewerb abzugrenzen und neue Wachstumsfelder zu erobern, treibe die Aufrüstung der Netze zusätzlich voran, sagt er.

Zum anderen haben die Netzwerk-Firmen eine neue Kundschaft entdeckt: die Unternehmen. Ursprünglich lieferten Cisco oder Juniper fast ausschließlich an Telekomunternehmen oder Service-Provider. Mittlerweile rüsten aber auch die industriellen Unternehmen ihre Netze mächtig auf. „Immer mehr Prozesse wandern ins Internet, die zu transportierende Datenmenge intern und mit Partnern oder Zuliefer-Firmen nimmt zu“, begründet Juniper-Manager Bauer die starke Nachfrage auf der Unternehmensseite.

Das alles beschert den Netzwerk-Spezialisten derzeit ein Wachstum, das keiner vorhergesagt hatte. So schnellte der Umsatz von Cisco, dem klaren Marktführer, im gerade beendeten vierten Quartal um 18,1 Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar in die Höhe. Der Gewinn legte sogar um 25 Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar zu. Selbst das zuletzt schwächelnde US-Geschäft zeigte wieder Stärke.

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