Claude Schmit
Der Veteran von Cannes

Claude Schmit steht seit elf Jahren an der Spitze von Super RTL. Der Luxemburger ist damit der dienstälteste Senderchef im deutschen Fernsehen.
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CannesWenn Claude Schmit, Chef des Kindersenders Super RTL, zum Auftakt der Film- und Fernsehmesse Mipcom zu traditionellen Aperitif in der verwinkelten Altstadt von Cannes einlädt, ist das für den Kinderfilmproduzenten ein Pflichttermin. Bei Lachshäppchen und provenzalischen Roséwein versammeln sich alle wichtigen Rechtehändler, Produzenten und Progamm-Manager. Schließlich leitet der 51jährige Luxemburger den größten Kindersender.

Claude Schmit kennt jeden - und jeder kennt Claude Schmit. Denn er ist der Veteran von Cannes. Seit elf Jahren steht der leutselige Manager an der Spitze von Super RTL. Damit ist er der dienstälteste Senderchef im deutschen Privatfernsehen. In seiner Amtszeit verdoppelte sich der Umsatz von Super RTL auf  rund eine Viertel Milliarde Euro. Mit einem Marktanteil von knapp 24 Prozent in der Zielgruppe der Drei- bis 13-Jährigen in diesem Jahr hält er die Verfolger, den öffentlich-rechtlichen Kinderkanal und den privaten Sender Nick, auf deutliche Distanz.

Von Krise redet bei Super RTL niemand. „Wir werden in diesem Jahr den Umsatz erstmals auf über 260 Millionen Euro steigern“, sagt Schmit zur Freude seiner beiden Gesellschafter Disney und Bertelsmann, denen der Sender jeweils zur Hälfte gehört. Zur Rendite schweigt Schmit. Doch nach Angaben von Unternehmensinsidern soll sie traditionell zwischen 20 und 30 Prozent liegen. Mit seinem kontinuierlichen Wachstum ist der legere Senderchef der heimliche Star des deutschen Privatfernsehens.

Schmit, dessen Vertrag noch mindestens bis 2013 läuft, hat noch viel vor. „Wir wollen in der Hauptsendezeit am Abend noch deutlich wachsen“, sagt Schmit in Cannes. Derzeit hat der Kölner Kanal nur einen bescheidenen Marktanteil von 2,7 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. In den nächsten fünf Jahren sollen es vier Prozent werden. Dabei setzt der Manager, der perfekt zwischen Deutsch, Englisch und Französisch wechseln kann, auf populäre Familienunterhaltung wie die Pixar-Filme („Cars“) aus dem Hause Disney oder Erstausstrahlungen wie die BBC-Produktion „Robin Hood“.

Die Messe in Cannes ist für den Sender ein wichtiger Marktplatz, um neue, publikumswirksame Programme einzukaufen. Außerdem denkt Schmit über einen Zweitsender nach. Er kann sich beispielsweise einen Kanal für Kinder im Vorschulalter vorstellen. Den könnte er nach der Super-RTL-Marke Toggolino benennen. Auch ein Sender für Zehn- bis 13-Jährige wird geprüft. Doch noch fehlt das grüne Licht von Disney und der Bertelsmann-Fernsehtochter RTL.

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