„Clone Wars“
Skywalker droht die Überalterung

George Lucas kämpft um die junge Generation. Der  „Star Wars“-Erfinder versucht mit seiner Animationsserie „Clone Wars“ junge Zielgruppen für seine Science-Fiction-Welt zu gewinnen. Lucas-Film schließt einen Vertrag mit dem Kindersender Super RTL.
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NicasioKein fremder Laut dringt in das einsame Tal, rund eine Autostunde nördlich von San Francisco. Mehr als 100 Millionen Dollar hat die Filmlegende Lucas in seinen 26 Quadratkilometer großen Konzernsitz nahe der pazifischen Küste investiert. Selbst die umliegenden Berge des malerischen Tales hat sich der Pionier des Science-Fiction-Films. Niemand soll ein Blick auf sein „Refugium der Filmemacher“ werfen. Zutritt streng verboten.

Eine Plastikente, täuschend echt nachempfunden, kämpft gegen die Wellen des künstlichen Sees vor dem Flachbau, der aussieht wie Kommandozentrale der Scientology Church. Auf der Veranda des weltabgewandten Firmensitzes relaxen ein paar Mitarbeiter. Sie blicken auf die perfekte Kulisse, die sich Lucas mit viel Geld geschaffen hat. In dem verwinkelten Gebäude, eine Mischung aus amerikanischer Arts- und Craft-Architektur und fernöstlichen Zen-Baustil, herrscht eine seltsame Stille. Mitarbeiter schlendern wortlos durch die weiten Gänge, deren Wände mit kostbaren historischen Filmplakaten von Sergei Eisenstein bis zu Frederico Fellini verschönert sind.

Doch die Gelassenheit auf der Big Rock Ranch, dem exzentrischen Konzernsitz, trügt. Denn in den dunklen Zimmer arbeiten Heerscharen von Mitarbeitern – Zeichner, Grafiker, Software-Spezialisten, Autoren sowie Licht- und Sound-Experten – unter Hochdruck an der Animationsserie „Clone Wars“ aus dem „Star Wars“-Universum von Lucas. Die Zeichentrick-Produktion erzählt den Verlauf der Klonkriege aus Sicht des Jedi-Ordens. Es spielt inhaltlich zwischen den Kinofilmen „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ und „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“.

Der verantwortliche Regisseur Dave Filoni, enger Vertrauter von George Lucas, schwärmt von der Science-Fiction-Welt mit den bekannten Charakteren wie Obi-Wan Kenobi, Yoda, Anakin Skywalker und Padme Amidala. „Die einzige Gefahr könnte für uns der Mangel an Phantasie sein“, sagt der Kreative, der seit sieben Jahren auf der Ranch für den von ihm angebeteten Lucas schreibt. Doch hinter seiner eloquenten Reklame für die Animationsserie verbirgt sich ein Problem: „Star Wars“ droht der Generationenabriss. Lucas erster Film „Krieg der Sterne“ kam bereits vor 35 Jahren in die Kinos. Der eigenwillige Filmunternehmer schuf die erfolgreichste Science-Fiction-Saga, die mit den sechs Kinofilmen mehr als drei Milliarden Dollar verdiente, so schätzen Marktexperten. Doch wie attraktiv ist die Phantasie-Welt noch?

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