Cloud-Anbieter Box: Mit der Wolke an die Börse

Cloud-Anbieter Box
Mit der Wolke an die Börse

Box, ein Anbieter von Speicherplatz im Internet, hat Medieninformationen zufolge die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Das Vorgehen des Unternehmens erinnert dabei an das des Kurznachrichtendienstes Twitter.
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San FranciscoDer Cloud-Anbieter Box hat nach Informationen des Webblogs Quartz die Unterlagen für einen Börsengang bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht. So wie zuvor Twitter zunächst heimlich, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wenn die Informationen stimmen, könnte jetzt alles sehr schnell gehen. Box wird ebenso sehnsüchtig an der Börse erwartet, wie zuvor Twitter.
Box.net ist Anbieter von Speicherplatz im Internet mit der Fokussierung auf Geschäftskunden, anders als Dropbox, eine bekannter Dienst, der sich an Privatkunden richtet. Mittlerweile ist Box das Rückgrat für hunderte von Geschäftsanwendungen.

Das Ziel ist es, zu einer kompletten Plattform im Internet für Geschäftskunden zu werden, die dann Programme wie Microsoft Office durch Box ersetzen können.

Genaue Zahlen zu Box.net sind nicht bekannt, aber wenn es sich tatsächlich um einen „stillen IPO“ handelt, dann muss der Umsatz unter einer Milliarde Dollar liegen.

Das ist die Obergrenze für Unternehmen, um zunächst einmal ohne den Druck der Öffentlichkeit mit der Börsenaufsicht über den Börsengang zu reden und den Börsenprospekt prüfen zu lassen. Erst Wochen bevor die „Roadshow“, die Präsentation bei Anlegern, startet, muss der Prospekt dann allgemein zugänglich gemacht werden. Die Technologie-Seite Quartz beruft sich auf Personen mit Kenntnis des Vorgangs. Box kommentiert die Gerüchte nicht.
Der Termin für den Börsengang würde Sinn machen, erst im Dezember sind 100 Millionen Dollar frisches Kapital investiert worden, die Bewertung soll dabei bei zwei Milliarden Dollar gelegen haben.

Zu den Investoren gehören Venture-Kapitalgeber und Telekomfirmen wie Itochu Technology Ventures, Macnica, Mitsui USA, Telefónica Digital und Telstra. Das 2005 gegründete Unternehmen ist nach Angaben von Gründer und CEO Aaron Levie 2012 um 150 Prozent gewachsen und 2013 rund 100 Prozent.

Nach Angaben des Unternehmens aus dem kalifornischen Los Gatos nutzen derzeit 20 Millionen Kunden in 180.000 Unternehmen die Angebote von Box.net. Levie zielt dabei nicht nur auf Gegner wie Microsoft, sondern auch auf Oracle oder SAP, seit immer mehr Unternehmen ihre IT-Infrastruktur ins Internet verlagern.

„Unternehmenssoftware ist ein 300 Milliarden Dollar Markt gemessen an der Software aus den alten Tagen“, twitterte er Ende Januar. „Und das ist nichts gegen das, was kommen wird.“ Klappt der Börsengang noch dieses Jahr, könnte Gründer und Mehrheitseigner Levie seinen 30. Geburtstag 2015 mit 500 Millionen Dollar in der Tasche feiern, schätzen Analysten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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