Cloud-Computing-Markt
Oracle zahlt Milliarden für Taleo

Insgesamt 1,9 Milliarden Dollar will der SAP-Konkurrent Oracle für Taleo in die Hand nehmen. Mit dem Spezialisten für Personalmanagement-Software können die Californier im Cloud-Computing-Geschäft auftrumpfen.
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Boston/BangaloreIm Wettstreit um den Wachstumsmarkt Cloud-Computing zeigt der US-Softwareriese Oracle mit einer weiteren milliardenschweren Übernahme seinem Erzrivalen SAP die Zähne. Oracle kauft nach eigenen Angaben vom Donnerstag für 1,9 Milliarden Dollar das Unternehmen Taleo, das internetbasierte Software zur Personalbeschaffung produziert. Beim Cloud-Computing steckt die Software nicht mehr im Rechner, sondern wird über das Internet heruntergeladen und ist jederzeit auf dem PC, dem Laptop oder dem Handy verfügbar. Der Bereich gilt als Boom-Markt, und die Übernahmeschlacht um Cloud-Entwickler ist voll entbrannt.

Vor zwei Monaten erst hatte SAP den Kauf der auf Personalmanagement-Software spezialisierten SuccessFactors für 2,5 Milliarden Euro angekündigt, an den der deutsche Konzern große Hoffnungen knüpft. Davor wiederum hatte Oracle bereits die Akquisition der Firma RightNow für 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, die sich auf Cloud-Software für Kundendienste konzentriert. Damit wollen die beiden Konkurrenten zum Cloud-Computing-Primus Salesforce.com aufschließen. Auch dieser und IBM verleibten sich reihenweise Cloud-Spezialisten ein.

Das Übernahmeangebot für SuccessFactors verlängerte SAP nun erneut, weil die Freigabe der US-Behörde für Auslandsinvestitionen noch nicht vorliege. Die Behörde will nach SAP-Angaben bis zum 5. März prüfen, ob Bedenken gegen die Transaktion bestehen. Die Einholung der Freigabe ist freiwillig.

Oracle will die Taleo-Übernahme bis zur Jahresmitte abschließen. Der Kaufpreis beträgt 46 Dollar je Taleo-Aktie, das ist ein Aufschlag von 18 Prozent im Vergleich zum Aktienkurs vor Bekanntgabe der Akquisition. An der US-Technologiebörse Nasdaq schnellten Taleo-Titel am Donnerstag um 17 Prozent auf 45,52 Dollar hoch.

Analysten bewerten den Zukauf für Oracle als sinnvoll. Dieser fülle eine Lücke im Cloud-Portfolio des Konzerns, sagte Michael Nemeroff von Morgan Keegan. Oracles Angebot sei damit auf diesem Feld recht komplett. Viele weitere Übernahmen auf dem Cloud-Markt seien daher von Oracle nicht mehr zu erwarten. SAP dagegen werde wahrscheinlich nachlegen und aggressiver zukaufen, um seine Palette zu erweitern, sagte Nemeroff. SAP-Co-Chef Bill McDermott hatte allerdings zuletzt betont, dass keine großen Akquisitionen im Cloud-Geschäft mehr geplant seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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