Cloud-Geschäft boomt
„SAP war nie in einer besseren Position“

Das Geschäft der Zukunft wächst – das der Gegenwart auch wieder: Bei SAP lief es im zweiten Quartal überraschend gut. Gerade die Cloud-Dienste des Softwarekonzerns waren gefragt. Daran änderte auch der Brexit nichts.

DüsseldorfAuch der Brexit störte nicht: Beim Softwarekonzern SAP lief das Geschäft im zweiten Quartal deutlich besser als erwartet. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen mitteilte. Nach Steuern blieben 813 Millionen Euro Gewinn, fast doppelt so viel wie im Vorjahr, als ein teures Abfindungsprogramm zu Buche schlug.

Damit übertraf SAP die Erwartungen der Analysten leicht. Die Aktie legte am Morgen um bis zu 4,5 Prozent zu.

„SAP war nie in einer besseren Position“, sagte Vorstandschef Bill McDermott. Einige Analysten hatten befürchtet, dass das Votum der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union SAP das Geschäft in der wichtigen letzten Woche des Quartals vermasselt haben könnte, da Unternehmen aus Unsicherheit über die Lage womöglich Aufträge zurückhielten. Doch von einem dämpfenden Brexit-Effekt sei nichts zu spüren gewesen, erklärte McDermott.

„Viele erwarten einen Abschwung durch den Brexit für viele Unternehmen und auch für uns wegen unseres Standortes in Europa – aber das Gegenteil wird der Fall sein.“ Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union werde mit neuen regulatorischen Anforderungen und Geschäftsmodellen einhergehen, was die Nachfrage nach Software ankurbeln dürfte, sagte er.

SAP ist nach einem durchwachsenen ersten Quartal wieder in der Spur. Das Zukunftsgeschäft mit dem Cloud Computing, bei dem Unternehmen Software über das Internet nutzen, wuchs um 30 Prozent auf 720 Millionen Euro. Auch das Auftragsbestand wuchs: Die Kennzahl „New Cloud Bookings“, die bereits vertraglich gesicherte, aber noch nicht verbuchte Umsätze beziffert, wuchs um 28 Prozent auf 255 Millionen Euro.

Zu den Cloud-Diensten zählen beispielsweise die Firma Success Factors mit Anwendungen fürs Personalmanagement und Concur mit einem System für die Reisebuchung und Reisekostenabrechnung.

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SAP baut das Geschäftsmodell um

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