Communicant AG geht in Liquidation
Endgültiges Aus für Frankfurter Chipfabrik

Die Betreiberfirma der Chipfabrik in Frankfurt/Oder, die Communicant AG, strebt die stille Liquidation an. Das sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Das sei das Ergebnis einer nächtlichen Gesellschafterversammlung. Die Verträge dazu seien von den Gesellschaftern aber noch nicht unterzeichnet.

HB FRANKFURT/ODER. Das Aus des ursprünglich mit 1,3 Mrd. € veranschlagten High-Tech-Vorhabens an der deutsch-polnischen Grenze war am Vortag von der brandenburgischen Landesregierung signalisiert worden. Grund für die Probleme waren ausbleibende Zahlungen des Hauptinvestors Dubai, der diese von einer Bürgschaft des Bundes abhängig machte. Das arabische Emirat wollte in Frankfurt zusammen mit dem US-Konzern Intel sehr schnelle Chips für Kommunikationstechnik herstellen.

Die Firma habe in der Nacht Geldzusagen von Dubai und Intel erhalten, sagte der Communicant-Sprecher. Damit könne die Überschuldung des Unternehmens abgewendet werden, Insolvenz müsse nicht angemeldet werden. Am Vormittag werde der Vorstand der Communicant AG in Frankfurt tagen und das weitere Vorgehen abstimmen.

Der Aufbau-Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Manfred Stolpe (SPD), wies unterdessen der EU-Kommission die Schuld am Scheitern des Vorhabens zu. Diese habe erklärt, dass es mit einer bloßen Anzeige im Falle der Verkleinerung des Projektes nicht getan sei, sagte der frühere brandenburgische Ministerpräsident im Inforadio.

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