Computer-Hersteller
Kontron kämpft gegen rote Zahlen

Kontron bleibt in der Krise. Das Geschäft des Computer-Herstellers leidet unter der Kaufzurückhaltung der Kunden. Im vergangenen Quartal ist der Umsatz deutlicher geschrumpft als erwartet.
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DüsseldorfDer gebeutelte Spezialcomputerbauer Kontron ist im dritten Quartal operativ deutlich stärker in den roten Zahlen gelandet als vom Markt erwartet. Das Unternehmen kämpft mit der Kaufzurückhaltung der Kunden, was sich auch im gesunkenen Umsatz und Auftragseingang zeigt. Für das Gesamtjahr ist Firmenchef Rolf Schwirz, der Kontron einen Sparkurs verordnet hat, nun vorsichtiger. Er rechnet nur noch mit einem Umsatz zwischen 510 und 530 Millionen Euro. Bislang war er von 500 bis 550 Millionen Euro ausgegangen. Das operative Ergebnis soll weiterhin - Sanierungskosten herausgerechnet - wie im Vorjahr knapp über Null liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Im dritten Quartal blieb Kontron bei Umsatz und Ergebnis hinter den Analystenerwartungen zurück. Die Erlöse sanken auf 124 von 131 Millionen Euro, die Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 132 Millionen Euro gerechnet. Neben dem schwierigen Marktumfeld machte Kontron für den Rückgang auch eine geänderte Abrechnung von Lizenz- und Nutzungsgebühren verantwortlich. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wies Kontron ein Minus von 4,4 (Vorjahr: minus 13,3) Millionen Euro aus. Analysten hatten hier lediglich einen Verlust von zwei Millionen Euro erwartet.

Noch im zweiten Quartal hatte es Kontron operativ überraschend in die Gewinnzone geschafft. Der Auftragseingang ging im dritten Quartal auf 105,5 von 141 Millionen Euro zurück. Schwirz warb um Geduld für den eingeschlagenen Kurs, dessen Erfolg sich bald zeigen werde. "Ich bin zuversichtlich, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung dazu beitragen werden, Kontron wieder nachhaltig effizient aufzustellen", sagte Schwirz.

Im Zuge des Sparkurses will er acht der 19 Standorte weltweit schließen. Einen Arbeitsplatz-Abbau schloss er nicht aus. Um bis 2016 die Kosten um 40 Millionen Euro zu drücken, streicht Schwirz auch die Produktpalette zusammen. Die Zahl der Lieferanten und Vertriebspartner soll zudem deutlich eingedampft werden. Die Anleger reagierten mit Verkäufen auf die Zahlen. Der Ausblick drückte die Aktie zeitweise fast fünf Prozent ins Minus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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