Computerbauer
Kontron will sich in die Gewinnzone sparen

Standortschließungen, Stellenstreichungen und Anteilsverkäufe: Der bayerische Kleincomputerbauer will seine Kosten mit allen Mitteln in den Griff bekommen. Bereits 2013 will Kontron wieder schwarze Zahlen schreiben.
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MünchenDer Verluste schreibende Kleincomputerbauer Kontron stemmt sich mit einem Sanierungsprogramm und Stellenstreichungen gegen den Abwärtstrend. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen aus dem bayerischen Eching bei einem leichten Umsatzrückgang auf 131 Millionen Euro in die roten Zahlen, wie die Firma am Donnerstag mitteilte. Der Betriebsverlust (Ebit) lag bei 13,3 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Kontron operativ noch elf Millionen Euro verdient. Für das Gesamtjahr erwartet Kontron einen Umsatz von 540 bis 550 Millionen Euro nach fast 590 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Spezialist für integrierte Computer tritt angesichts massiven Preisdrucks auf die Kostenbremse. In den USA und der Schweiz sollen je ein Standort geschlossen werden und so Arbeitsplätze wegfallen, sagte Vorstandschef Ulrich Gehrmann im Reuters-Gespräch. Zudem werde sich Kontron von einer Beteiligung in Tschechien trennen. Das Geschäft soll zudem zentraler entlang von Kundenbranchen gesteuert und die Aktivitäten in Schwellenländern ausgeweitet werden.

Für die Sanierung hat Kontron im abgelaufenen Quartal schon gut zwölf Millionen Euro an Einmalkosten verbucht. Im kommenden Jahr sollen die Einschnitte andererseits zehn Millionen Euro an Kosten einsparen, der Sanierungskurs werde sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen. Im kommenden Jahr werde sich Kontron wieder in die schwarzen Zahlen arbeiten. „Davon können Sie ausgehen“, sagte Gehrman. „Da mache ich mir gar keine Gedanken.“

Kontron leidet unter dem Sparkurs der Staaten. „Öffentliche Auftraggeber fallen schlichtweg aus. Insgesamt sind fast alle Märkte schwach. Europa ist insgesamt schwach, Amerika hält sich“, sagte Vorstandschef Gehrmann. Durch die schwindende Auftragslage verschärfe sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern, was die Renditen drücke. So würden etwa Bestellungen für teure Militärsysteme oder Züge storniert. Andererseits laufe es in der Energietechnik noch ganz gut. „Unser Basisgeschäft ist eigentlich intakt“, sagte Gehrmann und verwies auf den zuletzt um gut ein Zehntel gestiegenen Auftragseingang von 141 Millionen Euro. „Aber unsere Margenzusammensetzung ist nicht gut. Wir müssen margenstarkes durch margenschwaches Geschäft ersetzen.“ Die staatliche Nachfrageschwäche und der Preisdruck würden auf absehbare Zeit anhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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