Computerbranche
Infineon erwartet Nachfrage-Erholung

Bei Infineon scheint die Wende in Sicht zu kommen: Der Halbleiterhersteller muss zwar im zweiten Quartal einen Verlust hinnehmen. Hier machen sich hohe Abschreibungen bemerkbar. Für das Gesamtjahr äußerte sich Infineon allerdings überraschend optimistisch.

MÜNCHEN. Der verlustreiche Münchener Halbleiterproduzent Infineon sieht wieder Land. Auch im laufenden vierten Quartal des Geschäftsjahrs (30. September) werde der Umsatz steigen, teilte Europas zweitgrößter Chipproduzent gestern mit. Schon im vorangegangenen Vierteljahr konnten die Münchener im Vergleich zu den drei Monaten zuvor zulegen. Allerdings bewegen sich die Erlöse wegen der Wirtschaftskrise noch immer deutlich unter Vorjahr.

Infineon steht mit seiner Wachstumsprognose nicht alleine da. Der europäische Branchenführer ST Microelectronics versprach gestern ein Umsatzplus im laufenden Quartal von bis zu 14 Prozent. Ähnlich positiv hatten sich zuletzt auch große asiatische Anbieter geäußert. Der Grund für die Erholung: Die Lager sind leer und die Kunden bestellen wieder. „Wir rechnen mit Wachstum in allen unseren Bereichen und in allen Teilen der Welt“, sagte am Mittwoch ST-Chef Carlo Bozotti. Auch für das vierte Quartal gebe es bereits ermutigende Zeichen.

Für Infineon kommt die Erholung genau zur richtigen Zeit, denn zuletzt hatte die frühere Siemens-Tochter mit hohen Verlusten und der Pleite ihrer Tochter Qimonda zu kämpfen. Zudem mussten die Münchener ihre Finanzierung neu regeln. Bis kommenden Montag läuft eine Kapitalerhöhung, die mehr als 700 Mio. Euro in die Kasse spülen soll.

Im Zuge dieser Kapitalmaßnahme könnte es auch zum Einstieg des Finanzinvestors Apollo kommen. Die Amerikaner werden aber nur dann einsteigen, falls zu wenige Altaktionäre die Papiere kaufen. So haben es Infineon und Apollo ausgemacht. Für die Anteilseigner ist es attraktiv, Aktien im Zuge der Kapitalerhöhung zu beziehen, weil der Preis erheblich unter dem aktuellen Börsenkurs liegt. Darüber hinaus hat Infineon Anfang Juli angekündigt, die Sparte drahtgebundene Kommunikation zu verkaufen, um die Schulden abzubauen.

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