Computerbranche Spekulationen um Apple-Ikone Steve Jobs

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Kein Wunder, dass solche Unsicherheit im Fall von Jobs schon in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass Hedgefonds Privatdetektive ausschwärmen ließen, um den wahren Gesundheitszustand von Jobs auszuspähen. Ärzte, Mitarbeiter, Kollegen und Freunde wurden systematisch befragt, Krankenhaustermine von Jobs investigativ ausgekundschaftet – und solche eigentlich der Schweigepflicht unterliegende Treffen von angeheuerten Ärzten analysiert.

Beim Aufkommen der Gerüchte neueren Datums über die Wiederkehr der Krebserkrankung und eines damit zeitweise verbundenen Absackens der Börsenwerte von Apple um rund 12 Prozent Ende Juli dieses Jahres haben Hedgefonds-Manager Ärzte beauftragt, die erkennbaren physischen Veränderungen der Apple-Ikone Jobs auf der Basis aktueller Fotografien auf seinen Zustand hin zu analysieren. Solcherlei Ferndiagnose dient allein dem Ziel, eine Entscheidungsgrundlage für oder gegen weitere investigative Anstrengungen zu finden, um eine Prognose über ein eventuell zu erwartendes Ableben von Jobs zu treffen.

Tavis McCourt, ein Analyst von Morgan, Keegan & Co, schätzt: „Solches Wissen könnte schwere langfristige Folgen haben. Einige Investoren könnten zur Einschätzung gelangen, dass eine längere Abwesenheit von Jobs vom operativen Geschäft das Vertrauen der Aktionäre erschüttern würde.“ Genau deshalb aber will vielen Analysten das Stillschweigen von Apple andererseits als sowohl vernünftig wie legitim erscheinen.

„Solange das eher unwahrscheinliche Szenario nicht Wirklichkeit ist, dass Apple-Mitarbeiter mit ihrem exklusiven Wissen um den Gesundheitszustand von Jobs gewaltige Insidergeschäfte tätigen, ihr Wissen aber allein für sich ausschlachten, ist die Strategie von Apple richtig,“ schätzt Steve London Securities Lawyer bei Pepper Hamilton LLP, Boston.

Immerhin geht es hier um ein milliardenträchtiges Wissen. Nicht zufällig hat das "Fortune-Magazine" Apple in diesem Jahr zum „meistbewunderten Unternehmen“ der USA gekürt – und nicht nur wegen seines „stürmischen finanziellen Erfolges“, sondern auch seiner anerkannt innovativen Kraft. Der Erfolg aber ist beeindruckend genug: Von 2002 bis 2007 haben sich die Apple-Verkaufszahlen auf 24 Milliarden Dollar verdreifacht und die Profite von 42 Millionen auf 3,5 Milliarden heraufgeschraubt.

Das ist mehr als dreimal so viel wie beim japanischen Elektronik-Giganten Sony. Der Gesamtgewinn für die Aktionäre stieg in den letzten fünf Jahren um 94 Prozent an. War die Apple-Aktie im Dezember 1996 vier Dollar wert, so muss man heute das bis zu 40-fache für sie auf den Tisch werfen. So ist Apple an der Börse mit 160 Milliarden Dollar gemessen am Umsatz mehr wert als die IT-Riesen IBM, HP, Dell oder Intel. Und neueste Erfolgsmeldung: Nach Schätzungen von Analysten hat Apple bereits über 3 Millionen iPhones 3G verkauft, die erst im Juli auf den Markt geworfen wurden. Und nun, neuester Coup, sollen die Geräte auch noch über den amerikanischen Einzelhandelsgiganten Wal Mart vertickt werden.

Entscheidend aber für die gigantischen Zugewinne in den letzten Jahren war die von Jobs selber eingeleitete Strategie, in den Bereich der Unterhaltungselektronik, insbesondere auf den Musikmarkt zu drängen. Apples iTunes Store wurde im Februar des Jahres zum zweitgrößten Musikhändler in den USA – hinter Wal Mart. Das iPod, 2001 in die Läden gewandert, ist nicht nur, wie vieles andere bei Apple, inzwischen zur Design-Ikone nobilitiert, hat sich über 120 Millionen mal verkauft und beherrscht den Markt mit einem Verkaufsanteil von 50 Prozent. Auch das eine unvergleichliche Erfolgsstory.

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