Computerhersteller
Chinesische Lenovo expandiert in Europa

Asiens größter Computerhersteller bläst zur Aufholjagd in Europa: Lenovo will zu den weit enteilten Rivalen Hewlett -Packard (HP), Acer, Dell und Toshiba aufschließen. Dazu planen die Chinesen den Bau ihrer ersten Fabrik in Europa, den Einstieg ins Geschäft mit Privatkunden und Zukäufe.

DELHI. "Europa war lange schwierig für uns“, sagt Lenovo -Chef William Amelio. "Inzwischen hebt das Geschäft dort aber richtig ab.“ Besonders erfreut ihn der deutsche Markt.Dank hoher zweistelliger Zuwachsraten sei Lenovos Anteil daran in kurzer Zeit auf fünf Prozent gestiegen.

Seit der Übernahme von IBMs Computersparte 2005 liefert sich Lenovo ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem Rivalen Acer um den Titel des weltweit drittgrößten Computerherstellers nach HP und Dell. Europa ist dabei das Hauptschlachtfeld. Acer ist dort mit 14,5 Prozent Marktanteil zum zweitgrößten Anbieter nach HP aufgerückt. Die Taiwaner stärkten ihre Position gerade zusätzlich durch die Übernahme von Packard Bell. Sie schnappten Europas größten einheimischen Anbieter den ebenfalls interessierten Chinesen vor der Nase weg.

"Wir suchen weiter nach Kaufgelegenheiten, und Europa hat Priorität“, sagt Amelio. Spekulationen, Lenovo habe Interesse an Fujitsu Siemens, will er aber nicht kommentieren. "Im Moment haben wir weltweit keinen Deal in Vorbereitung“, sagt Amelio. Den Vorstandschef (CEO) erstaunt jedoch, dass sich das Übernahmekarussell in der margenschwachen Branche nicht schneller dreht. Die Zusammenschlüsse von HP und Compaq, Lenovo und IBM, Acer und Gateway hätten den ohnehin großen Konsolidierungsdruck weiter erhöht.

Weil Zukäufe unkalkulierbar bleiben, setzt Lenovo stark auf organisches Wachstum. Im jüngsten Quartal verkaufte das Unternehmen 23 Prozent mehr Computer und kam nach Angaben des Marktforschers IDC auf einen weltweiten Marktanteil von 8,2 Prozent. "Lenovo macht derzeit alles richtig“, sagt Bear-Stearns-Analyst Jack Tse. Umsatz und Marktanteile stiegen, und die Kosten fielen. Als Folge hat sich der Aktienkurs dieses Jahr verdreifacht.

In Europa schneidet das Unternehmen aber weiterhin schwächer ab als im Rest der Welt: In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika stieg der Umsatz im Vorquartal um 18 Prozent auf 886 Mill. Dollar. Das entspricht erst einem Fünftel der Konzerneinnahmen. Um künftig schneller zuzulegen, baut Lenovo, wie es vorige Woche bekanntgab, seine erste Fabrik in Europa. In Polen werden bald zwei Millionen Computer im Jahr hergestellt.

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