Computerhersteller
Lenovo und Medion schmieden eine gute Allianz

Der chinesische Computerriese Lenovo will den mit Aldi-PCs groß gewordenen Elektrohersteller Medion übernehmen. Eine gute Idee. Ein Kommentar von FLORIAN BRÜCKNER.
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DüsseldorfDie Medion-Aktie schießt mit fast 20 Prozent nach oben. Dass die Übernahme von Medion durch Lenovo an der Börse so gut aufgenommen wird, ist kein Wunder. Endlich einmal wieder eine Allianz, die grundsätzlich sinnvoll ist - und zwar für beide Seiten. Denn auch wenn die zwei Computerbauer jeder für sich profitabel sind, können Lenovo wie Medion einander mehr als gut gebrauchen.

Lenovo etwa hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Nettogewinn mehr als verdoppelt und ist auf dem chinesischen Heimatmarkt stark gewachsen. Das ändert nichts daran, dass Lenovo außerhalb Chinas und vieler Schwellenländer vor allem im Geschäft mit Geschäftskunden zwar stark ist - was nach der Übernahme durch die PC-Sparte von IBM auch wenig verwunderlich ist. Bei Endkunden hingegen tut sich Lenovo etwa in Westeuropa keineswegs leicht.

Medion ist sowohl als Marke wie auch beim Marktzugang einige Schritte weiter ist als Lenovo. Mag sein, dass die Margen im Geschäft mit Aldi und Co nicht gut sind - aber an Endverbaucher kommt Medion ran. Allerdings sind die Zeiten für das deutsche Unternehmen härter geworden. Medion wirtschaftet profitabel, aber eine große Wachstumsgeschichte ist das Unternehmen nicht mehr.

Dies liegt nicht nur an dem weitgehend gesättigten Computermarkt, sondern an dessen allgemeiner Diversifizierung hin zu Smartphones und Tablet-Computern. Wer hier gegen das iPad und das iPhone und all die Android-Klone bestehen will, muss entweder ein sehr gutes Produkt haben oder sehr billig sein.

Medion ist keins von beiden - Lenovo schon. Die Chinesen haben technisch gute Produkte, die auch noch relativ preiswert sind. Auf dem chinesischen Markt etwa ist Lenovo mit seinem iPad-Konkurrenten LePad erfolgreich unterwegs. Warum sollte dies in veränderter Form mit Medion-Logo nicht auch in Europa funktionieren?

So gesehen würde viel dafür sprechen, dass sich Lenovo in Zukunft vor allem auf Geschäftskunden spezialisiert und Medion eher das traditionelle Consumer-Business überlässt, in dem der Preis immer noch die größte Rolle spielt. Dass Lenovo die Marke Medion beibehalten will, könnte ein Indiz für genau diese Strategie sein.

Kommentare zu " Computerhersteller: Lenovo und Medion schmieden eine gute Allianz"

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  • Zitat: "Die Chinesen haben technisch gute Produkte, die auch noch relativ preiswert sind".
    Darüber hinaus bieten sie einen beispielhaften Service für Geschäftskunden. Wir besitzen Workstations für anspruchsvolle Grafikarbeiten von mehreren Herstellern und schätzen reibungslosen, schnellen Service hoch.

  • Kleine Anmerkung. Medion Vertreibt in Deutschland erfolgreich das WeTab. Es ist Hardwaremäßig gut verabeitet und aufgestellt und es ist billig.

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