Computerindustrie
IT-Branche wird bescheiden

Mit massiven Umsatzeinbrüchen steht die IT-Branche in der Krise da. Und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Ohnehin müssen sich die Unternehmen auf neue Zeiten einstellen - Stabilität ist das neue Wachstum. Die Branche wird bescheiden.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Das erste Halbjahr war eine Katastrophe: Die Umsätze der IT-Industrie in Deutschland sind massiv eingebrochen. Zwar ist die erhoffte rasche Erholung im zweiten Halbjahr mittlerweile ins nächste Jahr verschoben. Manager und Analysten erwarten aber zumindest, dass die Talfahrt erst einmal zu Ende ist. Einzelne Bereiche wachsen sogar schon wieder.

"Wir gehen davon aus, dass die Talsohle erreicht und ein Ende der Konjunkturflaute durchaus in Sicht ist", sagt Bernhard Fauser, Deutschlandchef des chinesischen Computerherstellers Lenovo. Dennoch bleibt der Manager zurückhaltend und rechnet nur mit einem stagnierenden Geschäft im zweiten Halbjahr. "Eine Erholung und damit ein Nachfrageanstieg sehen wir erst zum Jahresende beziehungsweise zum Beginn des neuen Jahres."

Die Analysten von IDC sagen für den deutschen IT-Markt in diesem Jahr ein Umsatzminus von 2,4 Prozent auf 62 Mrd. Euro voraus. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr sind die Umsätze der Anbieter noch um zwei Prozent geklettert, obwohl die Finanzkrise schon im Spätsommer zugeschlagen hat. In einzelnen Bereichen sieht es aber noch viel schlimmer aus. Die Ausgaben für Hardware werden nach Einschätzung von IDC sogar um neun Prozent sinken. Rund ein Drittel aller IT-Umsätze hierzulande erwirtschaften die Firmen mit Geräten wie PCs, Servern oder Druckern.

Angesichts dieser schwachen Zahlen sind die Manager schon froh, wenn sie keine weiteren Einbußen hinnehmen müssen. "Stabilität ist das neue Wachstum", sagt Mark Templeton, CEO des US-Softwareherstellers Citrix. Nach Ansicht des Managers muss sich die gesamte Branche in Bescheidenheit üben. "Wir sind in den letzten Jahren zweistellig gewachsen. Dieses Jahr wären wir sehr froh, wenn wir ein flaches Wachstum erreichen."

Die meisten Firmen gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern wird, bis sie die alten Umsätze wieder erreichen. Winfried Holz, Deutschland-Chef des IT-Dienstleisters Atos Origin: "Der Markt wird nur langsam wachsen, so dass wir im Jahr 2010 noch nicht wieder auf Vorkrisen-Niveau sein werden." Durch den wirtschaftlichen Druck werde auch das eine oder andere IT-Unternehmen auf der Strecke bleiben.

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