Computerindustrie
Kontron sieht Licht am Ende des Tunnels

Der Kleincomputerhersteller Kontron rechnet fürs kommende Jahr wieder mit einem Umsatzplus. Grund für den Optimismus: Kontron sieht erste Anzeichen für ein Ende der Krise. Momentan belastet aber vor allem das margenschwache Geschäft.
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HB ECHING. Der Kleincomputer-Hersteller Kontron sieht eine Ende der Talfahrt. Zwar rechnet das Unternehmen nach den Zahlen zum dritten Quartal im laufenden Jahr weiter mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang, doch 2010 soll es zumindest beim Erlös wieder aufwärts gehen. "Der Vorstand geht davon aus, die für 2009 gesteckten Ziele bei Umsatz und Ergebnis zu erreichen und ab 2010 wieder verstärkt zu wachsen", teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Montag in Eching mit. Vorbörslich stieg der Kurs um rund 2,5 Prozent.

Trotz der weltweiten Konjunkturkrise erreichte der Auftragsbestand Ende September mit 315 Millionen Euro ein Rekordhoch. Im traditionell starken vierten Quartal rechnet Kontron deswegen mit einer Steigerung sowohl bei Umsatz wie auch beim Ergebnis. Der Prognose für 2009 zufolge wird der Umsatz um rund sieben Prozent auf 460 bis 465 Millionen Euro fallen und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf zirka 33 (Vorjahr: 48,3) Millionen Euro fallen. Grund für den erwarteten Gewinnrückgang ist das margenschwache Geschäft in Entwicklungsländern.

Zudem kündigte Kontron strategische Akquisitionen an, die das Produktportfolio wie auch die globale Präsenz des Unternehmens nachhaltig stärken. Mit einem Cashflow von 17 Millionen Euro und einem Bargeldbestand von 80 Millionen Euro sitzen die Echinger auf einem satten Polster. Jüngst hatte sich Kontron durch die Ausgabe neuer Aktien knapp 39 Millionen Euro gesichert. Die Echinger verkauften 8,8 Prozent des Kontron-Kapitals an den Private-Equity-Investor Warburg Pincus.

Im dritten Quartal fiel der Umsatz um rund sechs Prozent auf 116 Millionen Euro und damit nicht so stark wie von Experten erwartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach wegen des margenschwächeren Geschäfts in Entwicklungsländern und des vorgezogenen Umbauprogramms von 12,6 Millionen Euro auf 4,8 Millionen Euro ein. Zudem schlugen drei Millionen Euro zu Buche, die Kontron für Einfuhrzölle nachzahlen musste. Der Überschuss schrumpfte von 9,5 auf 3,1 Millionen Euro und blieb damit hinter der Durchschnittsprognose von 4,0 Millionen Euro zurück.

Nach wie vor belasten die Rückgänge in der Industriellen Automation, bedingt durch die Auftragsschwäche im Maschinen- und Anlagenbau, die Umsätze. In konjunkturell weniger sensiblen Bereichen Telekommunikation, Energie und Sicherheit wuchs Kontron zwar weiter, konnte die Rückgänge in anderen Märkten aber nicht kompensieren.

Die Bilanz von Kontron zum dritten Quartal ist einer ersten Analysteneinschätzung zufolge "insgesamt besser als erwartet" ausgefallen. Während der Umsatz einen Tick über den Erwartungen gelegen habe, liege das Ergebnis etwas darunter. Dieses sei aber durch einen Einmaleffekt verzerrt worden und bereinigt sogar doch besser als prognostiziert. Der Marktanalyst rechnet mit einer insgesamt positiven Reaktion der Aktien und sieht nächsten charttechnischen Widerstand bei 8,50 Euro.

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