Computerkonzern
HP hat mit Software große Pläne

Der amerikanische IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) will sein Software-Geschäft massiv ausbauen. Dass der Konzern auf Software setzt, die ohne Geräte verkauft wird, hat seinen Grund: Die Margen sind vergleichsweise attraktiv. Analysten halten die Offensive für richtig.

MÜNCHEN. „Software ist für uns strategisch wichtig und wird im Unternehmen an Bedeutung gewinnen“, sagte Peter Prestele, Manager des amerikanische IT-Konzern Hewlett-Packard (HP), dem Handelsblatt. Ziel sei es, künftig jedes Jahr aus eigener Kraft um einen zweistelligen Prozentsatz zu wachsen. Der Deutschlandchef der Softwaresparte von HP betonte, dass auch Akquisitionen anstünden, um das Portfolio zu erweitern.

Das Thema Software ist nicht ganz neu für HP. Schon vor 20 Jahren hat die Firma erste Programme auf den Markt gebracht. Davon hat außerhalb der IT-Branche jedoch kaum jemand erfahren. Denn der Konzern steht vor allem für Drucker, PCs und Server. Künftig soll Software aber eine wesentlich größere Rolle spielen. Um für die nötige Größe zu sorgen, hat HP im November den Softwarehersteller Mercury für 4,5 Mrd. Dollar gekauft. In den vergangenen Monaten wurde das Softwaregeschäft von HP mit Mercury zusammengelegt. Seit 1. März ist die Integration offiziell beendet, in diesen Tagen gehen die Verkäufer erstmals mit dem erweiterten Angebot zu den Kunden.

HP sieht sich seit der Übernahme als sechstgrößten Softwareanbieter der Welt. Im Konzernvergleich ist die Sparte trotzdem noch klein: Der letzte Quartalsumsatz von 550 Mill. Dollar entspricht nur rund zwei Prozent der gesamten Einnahmen von 25,1 Mrd. Dollar. Allerdings wird das Geschäft mit Software, die eng mit Hardware verbunden ist, von HP nicht separat ausgewiesen, sondern in anderen Sparten verbucht. Sonst würde HP auf den doppelten Softwareumsatz kommen.

Dass der Konzern nun auf Software setzt, die ohne Geräte verkauft wird, hat seinen Grund: Die Margen sind vergleichsweise attraktiv. Das liegt unter anderem daran, dass Software für Unternehmen wichtiger wird, während sich die Rechner der einzelnen Hersteller kaum unterscheiden. „Der größte Teil der IT ist Hardware, die aus standardisierten Komponenten zusammengebaut wird. Da ist es schwierig, sich mit diesen Produkten von den Wettbewerbern abzusetzen“, sagt Joseph Reger, Technikvorstand von Fujitsu Siemens Computers.

Wichtigster Konkurrent von HP im Softwaregeschäft ist IBM. Der US-Konzern hat seine Softwaresparte schon vor Jahren aufgebaut und ist in diesem Bereich deshalb stärker als HP. So liegt der Anteil der Software am Umsatz von IBM bei etwa 20 Prozent, der des operativen Gewinns sogar bei 40 Prozent.

HP bietet Software an, mit denen Firmen ihre Informationstechnologie verwalten und optimieren können. Darüber hinaus haben die Amerikaner Programme im Angebot, um Veränderungen an IT-Systemen zu simulieren und zu testen. Um das Angebot abzurunden, seien weitere Zukäufe geplant, betonte Prestele. Erst vor anderthalb Monaten hat HP einen kleineren amerikanischen Softwareanbieter gekauft, der Programme zur Überwachung von Geschäftstransaktionen anbietet.

Analysten halten die Software-Offensive von HP für richtig. „Software ist eines der verbliebenen Segmente mit hohen Margen in der IT-INdustrie“, sagt Peter O’Neill von Forrester Research. Der Experte kritisiert aber, dass einer Sparte, die nur zwei Prozent zum Umsatz beisteuert, kaum strategische Bedeutung beigemessen werden könne. Um den Wert innerhalb des Konzerns zu steigern, müsse HP seine gesamten Software-Angebote vereinen – und nicht die Hälfte in anderen Bereichen ansiedeln.

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