Computerkonzern verkauft eigene Version des Musik-Players Ipod
HP verbündet sich mit Apple

Dabei sein ist alles – nach diesem Motto scheint Computerriese Hewlett-Packard, als Vertriebskanal für den Apple-Musikplayer „Ipod“ Anschluss an den Markt für digitale Unterhaltung zu suchen. Vom Original unterscheidet sich die HP-Version des MP3-Players nur durch optische Variationen.

HB DÜSSELDORF. Selbst im Onlineshop von Hewlett-Packard (HP) steht der angebissene Apfel, Markenzeichen von Apple, noch vor dem Logo von HP. Für den Musikdownload müssen sich HP-Kunden beim Apple-Musikshop „Itunes“ anmelden – und bekommen einen Newsletter über Apple-Produkte, wenn sie diese Option nicht abwählen.

Bei Analysten löste die Produktvorstellung, die Teil des Einstiegs von HP in die Konsumelektronik ist, gemischte Reaktionen aus. „Man fragt sich, wer hier die Kundenbeziehung aufbaut“, fragt ein Frankfurter Analyst, „Apple oder HP?“

Einig sind sich die Experten, dass Apple auf der Gewinnerseite steht. HP, zweitgrößter PC-Hersteller der Welt, liefert seine Geräte mit der Apple-Musiksoftware aus. John Jones, Analyst bei Schwab Soundview Capital: „Apple erreicht neue Kunden über rund 110 000 Geschäfte, die HP-Produkte verkaufen.“ Aber Jones sieht letztlich auch die HP-Aktie, die seit Jahresbeginn 20 Prozent verloren hat, als Gewinner.

Die Konkurrenz aus der Unterhaltungselektronik-Branche zeigt sich gelassen: „Es ist schwer nachzuvollziehen, wie man mit dem gleichen Produkt, nur mit anderem Label drauf, Umsätze erzielen will, wenn man für das gleiche Geld das Original haben kann“, wundert sich Carsten Bickhoff, Marketing-Chef bei I-River, weltweite Nummer drei bei MP3-Spieler. Er sieht den Einstieg von HP „nicht als Problem“ an. Die Geräte der Koreaner können kopiergeschützte Musik im Windows- Media-Format abspielen und auf einem Farbdisplay Fotos anzeigen. Das HP-Produkt kann Fotos nur speichern und an einen Drucker oder PC ausgeben.

Für Apples Musikshop kommt die Hilfe zur rechten Zeit. Noch ist die Konkurrenz zersplittert und wie paralysiert angesichts eines Marktanteils des Apple-Musikladens von über 70 Prozent. Thomas Künstner, Geschäftsführer bei Booz Allen Hamilton und zuständig für Neue Medien, sagt: „Apple wird noch viel bewegen.“ Dem „hochintegrierten Ansatz von Hard- und Software sowie der Marketingpower“ habe die Konkurrenz derzeit wenig entgegenzusetzen.

Das ahnt Jeff Cavins, Chef von Loudeye, auch, aber er will es ändern. Die Web-Shops der Firma aus dem Silicon Valley stecken hinter Musik-Shops wie dem von Coca-Cola und McDonald’s. Loudeye hat den europäischen Anbieter OD2 geschluckt und ist auch beim Musikdienst von Microsoft MSN dabei. In „weniger als einem Jahr“, sagt Cavins dem Handelsblatt, sollen alle Loudye/OD2-Shops auf Basis einer neuen Software so komfortabel sein, wie es Itunes heute ist. Und er verspricht harten Wettbewerb: „In den nächsten Monaten werden noch einige große Marken in’s Download-Geschäft einsteigen.“

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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