Computerspiele
EA streicht nach Quartalsverlust Stellen

Der amerikanische Computerspiele-Produzent Electronic Arts baut nach einem neuen hohen Verlust sechs Prozent seiner Stellen ab. Betroffen seien 500 bis 600 Jobs.Für das wichtige Weihnachtsgeschäft zeigte sich Electronic Arts (EA) wegen der Finanzkrise wenig zuversichtlich.

HB REDWOOD CITY. Der Computerspiele-Entwickler Electronic Arts streicht nach erneuten Verlusten 1500 Arbeitsplätze. Gleichzeitig übernimmt das Unternehmen angesichts eines schrumpfenden Kerngeschäfts den Online-Spiele-Spezialisten Playfish. Dies dürfte den Konzern mindestens 275 Mio. Dollar kosten. EA-Chef John Riccitiello will weiter einen strikten Sparkurs fahren. Mehrere Standorte sollen geschlossen werden, was etwa 100 Mio. Dollar im Jahr in den Kassen halten soll. Außerdem will EA künftig weniger Spieletitel auf den Markt bringen.

Die Computer- und Videospiele-Industrie steht vor allem in den USA wegen der schwachen Wirtschaft stark unter Druck. Die Verkäufe würden in diesem Jahr voraussichtlich im mittleren bis hohen einstelligen Bereich zurückgehen, sagte Riccitiello. Im kommenden Jahr will das Unternehmen die Zahl der Spieleveröffentlichungen um ein Drittel zurückfahren.

In dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal fuhr Electronic Arts einen Verlust von 391 Mio. Dollar ein. Ein Jahr zuvor hatte es bereits ein Minus von 310 Mio. Dollar gegeben. Der Umsatz fiel um knapp zwölf Prozent auf 788 Mio. Dollar. EA hatte bereits vor rund einem Jahr begonnen, die Zahl seiner Mitarbeiter um rund zehn Prozent zu reduzieren. Von den am Montag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen angekündigten Stellenstreichungen sind US-Medien zufolge 17 Prozent der Jobs bei dem Spiele-Anbieter betroffen.

Im laufenden Quartal könnte Electronic Arts noch von den Preisnachlässen bei Sonys PlayStation drei und Nintendos Wii-Konsole profitieren. Riccitiello hatte in der Vergangenheit wiederholt die hohen Preise der Konsolen beklagt und in Aussicht gestellt, dass günstigere Angebote die Spieleindustrie wieder befeuern könnten.

Mit der am Montag angekündigten Übernahme von Playfish stärkt das Unternehmen sein Engagement im neuen lukrativen Geschäft mit Gelegenheitsspielen. Playfish entwickelt populäre Spiele für Online- Netzwerke, darunter Facebook und MySpace, und auch für Handys (iPhone und Android-Smartphones). Das Unternehmen, das Entwicklungsstudios unter anderem in London, San Francisco und Peking unterhält, soll in die neue Abteilung EA Interactive (EAi) integriert werden, mit der sich EA bereits auf die Entwicklung von Titeln für Gelegenheitsspieler konzentriert.

„Social Gaming mit seinem Schwerpunkt auf Freunden und Gemeinschaft verzeichnet derzeit ein unglaubliches Wachstum“, sagte Barry Cottle, Geschäftsführer von EA Interactive. Mit der Übernahme wolle sich EA weiter durch einen kompetenten Partner in diesem Bereich stärken und sich im Markt für sozialen Unterhaltung eine Führungsposition erarbeiten.

Neben dem Kaufpreis von rund 275 Mio. Dollar zahlt EA noch etwa 25 Mio. Dollar sonstige Aktiva und stellt weitere variable Zahlungen in Höhe bis zu 100 Mio. Dollar bei Erzielung bestimmter Ergebnisse in Aussicht.

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