Computerspielekonzern steigert Gewinn um 50 Prozent – Branche buhlt um Spezialisten aus der Filmindustrie
Electronic Arts wächst zweistellig

Von Flaute keine Spur: Der weltgrößte Hersteller und Verleger von Computer- und Videospielen, Electronic Arts, (EA) hat im zurückliegenden Weihnachtsgeschäft ein Rekordergebnis eingefahren. Der Umsatz sprang um 20 % gegenüber Vorjahresquartal auf 1,475 Mrd. $, das operative Ergebnis um 51 % auf 558 Mill. $.

LOS ANGELES. Im laufenden Geschäftsjahr, das am 31. März endet, soll der Umsatz um 18 % auf 2,9 Mrd. $ zulegen, der Gewinn je Aktie soll gar mehr als 60 % auf 1,74 bis 1,77 $ wachsen.

Der Umsatzzuwachs gelang dem kalifornischen Konzern vor allem auf Kosten der Konkurrenz. Denn während der US-Markt nach Angaben des Branchenverbandes Entertainment Software Association im vergangenen Jahr nur von 6,9 Mrd. $ auf 7 Mrd. $ wuchs, legte Electronic Arts in den USA 8 % zu. In Europa kletterten die Erlöse gar um 40 % auf 658 Mill. $.

Die Konzentration auf wenige starke Eigenmarken wie „Die Sims“ oder die Kriegssimulation „Medal of Honor“ und Franchises aus Film und Sport wie „Herr der Ringe“, „Harry Potter“ oder „James Bond“ hat sich offenbar ausgezahlt. Alleine elf Titel wurden im zurückliegenden Quartal mehr als eine Million Mal verkauft. Um die Zusammenarbeit mit Hollywood zu intensivieren, hat EA jetzt mit einem „guten fünfsstelligen Millionenaufwand“ ein Studio in einem Nobelvorort von Los Angeles gebaut.

Rund 350 Programmierer und Tester arbeiten hier an den Videospielen der Zukunft, bis 2010 sollen es 1 000 sein. Viele werden aus Hollywood abgeworben. So auch Marc Leshoff, der als Visual Effects Director am Kinoknüller „Titanic“ mitgewirkt hat oder Larry White, der über zehn Jahre als Animationsspezialist bei Disney gearbeitet hat und jetzt die atmosphärischen Hintergründe für die Weltkrieg-Zwei-Simulation „Medal of Honor – Pacific Assault“ miterstellt. Deren Vorgängerversionen verkauften sich immer in Millionenauflagen.

„Wo die Filmindustrie vor vier Jahren war, da sind wir jetzt,“ sagt Neil Young, verantwortlich für die Umsetzung des Kinohits „Der Herr der Ringe – die Rückkehr des Königs“. „Hier geht es um Talente“, sagt Young, 3-D-Spezialisten, aber auch Drehbuchautoren, Texter, Regisseure. „Nur in L.A. kann man schnell hochkarätige Spezialisten und auch Freelancer finden“.

Seite 1:

Electronic Arts wächst zweistellig

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%