Computerspielemesse Gamescom
Lara Croft gegen Nikola Tesla

Im Laden und auf der Gamescom gibt es für Computerspieler ein wichtiges Duell: Sony gegen Microsoft. Und die Konsolenhersteller nutzen die Spielemesse für eine Kundenoffensive. Der Preis ist dabei nicht das Wichtigste.
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KölnEs ist eine feste Regel in der Computerspielebranche: Software verkauft Hardware. Nur wenn es genügend attraktive Titel gibt, legen sich die Nutzer eine Konsole zu. Und so stellten Microsoft und Sony am Dienstag im Vorfeld der Gamescom in Köln zahlreiche neue Spiele für ihre neuen Konsolen vor. Ein Trailer kam nach dem anderen – es war fast wie vor dem Hauptfilm im Kino.

Der US-Konzern Microsoft sicherte sich etwa die Rechte an der neuen Folge „Tomb Raider“ mit der Heldin Lara Croft für die Xbox One. Sony warb mit diversen Exklusivtiteln, darunter der Ego-Shooter „The Order 1886“, in dem der Erfinder Nikola Tesla mit selbst entworfenen Waffen gegen Mutanten in den Kampf zieht.

Für die beiden Unternehmen wie auch für die Spiele-Hersteller ist die Gamescom als größter Branchentreff in Europa ein wichtiger Gradmesser: Einige Wochen vor dem Weihnachtsgeschäft gilt es, die Spieler zu begeistern und den Handel zu überzeugen.

Die Chancen stehen gut: Der Branchenverband BIU erwartet von der neuen Konsolengeneration in den nächsten Monaten einen deutlichen Wachstumsschub. „Dieses Weihnachtsgeschäft wird eines der besten sein, die es in unserer Branche je gegeben hat“, sagte Jim Ryan, Chef der europäischen Playstation-Sparte von Sony.

Beide Konsolenhersteller wollen ihre Geräte mit Software-Updates aufrüsten. Microsoft erlaubt künftig, Videos und Musik von USB-Geräten auf der Xbox One abzuspielen. Zudem sollen Nutzer TV-Inhalte von der Konsole auf ihr Tablet oder Smartphone streamen können. Sony ermöglicht künftig, Spielszenen bei Youtube hochzuladen. Außerdem können Nutzer des kostenpflichtigen Dienstes Playstation Plus andere übers Internet zum Mitspielen einzuladen.

In den ersten Monaten seit dem Start der neuen Konsolengeneration lief das Geschäft bei Sony deutlich besser: Der japanische Konzern hat zehn Millionen Exemplare seiner Playstation 4 verkauft, wie er in Köln mitteilte.

Zum Vergleich: Microsoft konnte nach Angaben vom April nur rund fünf Millionen Geräte absetzen. Der Konzern bot die Xbox One allerdings zunächst in weniger Ländern und für 100 Euro mehr an. Bald soll es in 19 weiteren Ländern in den Handel kommen, zudem verkauft das Unternehmen es inzwischen auch ohne die Bewegungssteuerung Kinect zu einem ähnlichen Preis wie die Playstation 4.

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