Copyright-Verstöße
Sportligen greifen Google an

Die Übernahme der Video-Tauschbörse Youtube droht für den Internetkonzern Google zum Bumerang zu werden. Nach Informationen des Handelsblatts erhält der Internetkonzern zahlreiche Abmahnungen wegen Copyright-Verstößen seiner Video-Tauschbörse Youtube. Besonders aggressiv gehen die Sportligen vor.

DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts haben zahlreiche Rechteinhaber in Europa und den USA Google in den vergangenen Tagen aufgefordert, Zehntausende von copyrightgeschützten Videoclips aus dem Angebot zu nehmen. Nach der Übernahme durch den finanzstarken Google-Konzern wollen die Rechteinhaber nicht mehr länger dulden, dass die Tauschbörse mit Inhalten Geld verdient, für die nie eine Lizenzgebühr bezahlt wurde.

Besonders die Sportligen machen Front gegen den Konzern. „Wir haben Google aufgefordert, mehr als 3 000 unserer Clips zu entfernen“, sagt ein Sprecher der National Football League (NFL) in New York. Auch die amerikanische National Basketball Association (NBA) hat Google bereits abgemahnt. Beide Ligen verdienen Milliarden mit der Vermarktung von TV- und Internetrechten.

Die Sportligen zielen auf einen besonders attraktiven Teil des Angebots der Video-Tauschbörse, die seit wenigen Wochen zu Google gehört. Tausende von Fans stellen die besten Szenen ihrer Idole zusammen, unterlegen sie mit Musik und präsentieren das Ergebnis dann auf Youtube. Dabei werden sowohl die Urheberrechte der Sportligen als auch der Musikkonzerne verletzt.

Google will mit der stark wachsenden Videoplattform seinen Anteil am Onlinewerbemarkt steigern und versucht, den Rechtestreit zu entschärfen. Ein Google-Sprecher sagte dem Handelsblatt, man werde Videos immer dann entfernen, wenn die Rechteinhaber dazu auffordern. Doch die wollen mehr. „Es reicht nicht, dass Google das Material erst rausnimmt, wenn wir einen Brief schreiben“, monierte ein Sprecher der englischen Fußball-Liga Premier League. „Wir wollen, dass Google alle Videos, an denen wir Rechte haben, gar nicht erst auf die Seite lässt.“

Nach Angaben der Premier League läuft derzeit eine konzertierte Aktion der europäischen Fußballligen gegen Google und Youtube. Auch die Deutsche Fußball-Liga DFL hat eine Agentur mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. „Wir meinen das sehr ernst“, sagte ein DFL-Sprecher. „Wir verkaufen unsere Rechte teuer an Partner, auch im Internet. Deren Rechte werden durch das Angebot auf Youtube natürlich geschädigt.“

Auch US-Medienkonzerne wehren sich gegen Youtube. Sowohl Disney als auch News Corp., einer der weltgrößten Medienkonzerne, äußerten gegenüber dem Handelsblatt, man beobachte Youtube sehr genau und behalte sich rechtliche Schritte vor. „Wir werden unser Urheberrecht aggressiv verteidigen“, sagte ein News-Corp.-Sprecher. „Wir prüfen gerade sämtliche Optionen.“

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