Corporate Responsibility
Bertelsmann Stiftung zeigt mittelständisches Engagement

Auch in der Krise unterstützen viele Firmen ehrenamtliche Aktivitäten. Aktiv sind nicht nur Großunternehmen, sondern auch oft der Mittelstand. Wie man solche Ideen vervielfältigt, zeigt die Bertelsmann Stiftung mit ihrer Initiative "Unternehmen für die Region".

BERLIN. Wenn Krombacher den Regenwald rettet oder Volvic Brunnen in Äthiopien baut, sehen das in der Werbung Millionen Zuschauer. Aber auch im Mittelstand gibt es viele Unternehmen, die sich für die Gesellschaft einsetzen. Dieses Engagement will die Bertelsmann Stiftung mit ihrer Initiative "Unternehmen für die Region" bekannt machen - und so zur Nachahmung anregen. "Oft scheitert es daran, dass die Unternehmer nicht wissen, wie sie sich konkret einbringen können", sagt Projektmanager René Schmidpeter. "Wir zeigen, wie sie Probleme in ihrer Region angehen können."

Auf einer virtuellen Deutschlandkarte im Internet - der sogenannten "Landkarte des Engagements" - sammelt die Stiftung seit März 2007 Beispiele von engagierten Unternehmern. Sie sollen als Vorbilder dienen. Unternehmen können sich zudem informieren, welche Initiativen es in ihrer Region gibt und sich untereinander austauschen. Über 900 mittelständische Betriebe sind eingetragen - etwa Schwering & Hasse Elektrodraht aus Lüdge, die Real- und Hauptschüler mit Computerkursen und Wirtschaftsunterricht fit für die Ausbildung macht. Oder das Schweriner Friseur-Fahrmobil Zick Zack, das Heimkindern kostenlos die Haare schneidet.

Wichtiges Auswahlkriterium ist für die Bertelsmann Stiftung, dass die Unternehmen die Probleme zusammen mit anderen Betrieben, Schulen, der Stadt, sozialen Organisationen oder Umweltverbänden angehen. "Alleine kann man viele Herausforderungen gar nicht bewältigen", sagt Schmidpeter. "Wir suchen Beispiele, die zeigen, wie viel man zusammen erreichen kann." Zudem sollen die Projekte relevante gesellschaftliche Probleme aufgreifen und langfristig angelegt sein.

Zehn Projekte zeichnet die Bertelsmann Stiftung jedes Jahr als "Erfolgsgeschichten" aus. In der Kategorie menschenwürdiges Altern konnte GAG Immobilien aus Köln die Jury 2007 überzeugen. Der größte Wohnraumanbieter der Domstadt errichtete eine Wohngemeinschaft für russischstämmige Menschen mit Demenz. Dabei arbeitete die GAG eng mit der Diakonie Köln und dem Verein Phoenix zusammen, der sich um russische Migranten in Nordrhein-Westfalen kümmert. In der umgebauten Wohnung in Köln-Vingst hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer mit Terrasse.

Das Leben in der Wohngemeinschaft ist ganz auf die russische Kultur eingestellt. Der Grund: "Durch ihre Krankheit haben viele Bewohner die deutsche Sprache wieder verlernt", sagt Elmar Lieser, Leiter des GAG-Sozialmanagements. Die Pflegerin spricht daher mit ihnen nur russisch, das Fernsehen überträgt russische Sender, oft gibt es typisch russisches Essen. "Nascha Kwartihra", also "Unsere Wohnung", haben die Bewohner ihr Zuhause getauft. Damit die Wohngemeinschaft nicht unter die gesetzlichen Auflagen für Pflegeheime fällt, haben sich die Angehörigen zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen: Sie mieten die öffentlich geförderte Wohnung gemeinsam an und beauftragen die Diakonie als Pflegedienstleister.

Seite 1:

Bertelsmann Stiftung zeigt mittelständisches Engagement

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%