Craigslist.org
US-Portal fischt nach deutschen Anzeigen

Craigslist, die weltweit populärste US-Seite für lokale Kleinanzeigen, kann jetzt Deutsch. Das amerikanische Erfolgsmodell erleichtert mittlerweile den Einwohnern in acht deutschen Städten den Alltag und könnte zum Schrecken hiesiger Zeitungsverlage werden.

DÜSSELDORF. Seit dem 28. März ist Craigslist in deutscher Sprache abrufbar. Das bedeutet: In deutschen Großstädten gibt es nun einen weiteren Wettbewerber auf dem hart umkämpften Markt für lokale Kleinanzeigen.

Die Zeitungen haben schon seit ein paar Jahren damit zu kämpfen, dass ihnen Einnahmequellen ins Internet wegbrechen. Viele deutsche Verlage haben jedoch die Flucht nach vorne angetreten und sich mit einer eigenen Internet-Präsenz gegen die Konkurrenz aus dem Netz gewappnet.

In Amerika gehört Craigslist schon lange zu den populärsten Seiten des Landes. Die Plattform, die im Frühjahr 1995 von Craig Newmark gegründet wurde, spielt mit Seiten wie Myspace, Google oder Youtube in einer Liga. Angefangen hatte alles mit einem Email-Rundbrief in dem der heute 54-jährige Newmark, seine Bekannten über Job-Angebote, Veranstaltungen und Wohnungsanzeigen in der Bay Area informierte. Kurz drauf entstand ein Internetforum, das sich schnell zu einem lebhaften Marktplatz entwickelte.

Die Expansion ließ nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2000 kamen Städte wie New York oder Chicago hinzu und wirkten wie ein Katalysator für die Reichweite der Seite. Mittlerweile ist Craigslist in 450 Städten rund um den Globus vertreten und kann neun Milliarden Seitenabrufe pro Monat für sich verbuchen. Das Marktforschungsinstitut Classified Intelligence hat in einer Studie bekannt gegeben, dass der Umsatz der Internetfirma 2008 um 47 Prozent auf umgerechnet 50 Millionen Euro wachsen wird.

Zwar ist noch nicht abzusehen wie stark die Plattform hierzulande genutzt werden wird, aber das 25-köpfige Team von Craigslist kann nach dem Siegeszug durch die USA und andere Länder gespannt auf die Reaktion des deutschen Marktes sein.

Die deutschen Verlage dürften mit Blick auf den Markt für lokale Kleinanzeigen weniger erfreut über das amerikanische Erfolgsmodell sein. „Kein Verlag wird es sich leisten können, Craigslist nicht Ernst zu nehmen“, erklärte der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Hans-Joachim Fuhrmann.

Die Anzeigen, die der moderne Verbraucher auf Seiten wie Craigslist kostenlos aufgeben kann, sind ein wichtiger Umsatztreiber von Zeitungsverlagen. Doch seit einigen Jahren verlagert sich der Rubrikenmarkt von der gedruckten Zeitung ins Internet. In San Fransisco, wo Craigslist vor mehr als zehn Jahren gegründet wurde, müssen die Verlage laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Classified Intelligence jährlich auf 50 Millionen US-Dollar Umsatz durch nicht verkaufte Stellenanzeigen verzichten. Ein Szenario, das auch deutschen Zeitungen drohen könnte?

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