Criterion-Software soll Entwicklungskosten senken
EA schluckt britischen Technologielieferanten

Der Weltmarktführer bei Computer- und Videospielen, die kalifornische Electronic Arts Inc. (EA), übernimmt die britische Software- und Technologiefirma Criterion Software Group Ltd. Finanzielle Details nannten die Beteiligten nicht.

pos DÜSSELDORF. Verkäufer ist Canon Europe, eine Tochter des japanischen Marktführers für Digitalkameras, Canon Inc. Nach Aussage von EA-Chef Lary Probst ist der Kauf ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen auf die kommende Generation von High-End-Spielekonsolen vorzubereiten, die spätestens 2006 auf den Markt kommen werden. Neben eigenen erfolgreichen Videospielen („Burnout 3“) hat Criterion eine spezielle Middleware für die Erstellung von Videospielen entwickelt, die jetzt in das zentrale Software-System von EA integriert werden soll.

Middleware ist das Bindeglied zwischen dem eigentlichen Videospiel und dem Betriebssystem der jeweiligen Computer- oder Konsolenplattform. Eine gute Middleware kann den Programmieraufwand pro Spiel deutlich verkürzen und so die Kosten besonders für Portierungen erheblich reduzieren. Portierung nennt man die Übertragung eines Spiels auf mehrere Spieleplattformen wie Playstation 2, X-Box und Gamecube. So genannte Triple A- Spiele werden heute mit Produktionskosten im ein- bis zweistelligen Millionenbereich veranschlagt.

Laut Electronic Arts wird die Criterion-Middleware („RenderWare“) bereits in rund 25 Prozent aller Videospiele eingesetzt, die derzeit weltweit entwickelt werden. EA wolle die Software auch künftig an Wettbewerber lizenzieren, sagte ein Sprecher. Aus der Übernahme erwarte man zudem „schnelle Ergebnisbeiträge“.

Electronic Arts hat im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres, das am 31. März 2005 endet, 432 Mill. Dollar umgesetzt, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum April bis Juni. Umsatzrenner waren „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, „Fight Night 204“ und „UEFA Euro 2004“, die jeweils über eine Millionen mal verkauft wurden. Das Autorennspektakel „Need for Speed Underground“ hat im abgelaufenen Quartal die Gesamtverkaufszahl von sieben Millionen Stück überschritten.

Für das Fiskaljahr erwartet EA einen Umsatz zwischen 3,3 und 3,4 Mrd. Dollar, ein Plus von 12 bis 15 Prozent. Der Gewinn pro Aktie soll auf 2,00 bis 2,10 Dollar steigen, im Vorjahr waren es 1,87 Dollar.

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