Crowdfunding
Internet-User finanzieren Erotikfilm

Bertelsmanns Tochter Teamworx ist es gelungen, mithilfe von Crowdfunding im Internet 170 .000 Euro für die Produktion eines Erotikfilms zu sammeln. Es ist die erste Komplettfinanzierung eines solchen Films per Internet.
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DüsseldorfDie Berliner Produktionsfirma Teamworx („Die Sturmflut“, „Der Tunnel“) hat es nach eigenen Angaben geschafft, über das sogenannte Crowdfunding 170 000 Euro für den Erotikfilm „Hotel Desire“ zu beschaffen. Das heißt, die Filmtochter des Medienkonzerns Bertelsmann geht kein unternehmerisches Risiko ein, denn das Budget wird ausschließlich von privaten Geldgebern aufgebracht. In den USA nutzen junge Filmemacher bereits häufig Crowdfunding, um Projekte abseits des Mainstreams zu finanzieren.

Bereits vor Ablauf der Finanzierungsfrist von 80 Tagen ist es Teamworx gelungen, dass Geld aufzutreiben. Die Internetseite www.hotel-desire.com wurde rund eine halbe Million Mal aufgerufen. Die Mindestbeteiligung für Interessierte betrug fünf Euro. Dafür bekommt der Geldgeber einen Gutschein, um sich den Film online anzusehen. „Für uns ist die neue Form der Filmfinanzierung ein Experiment“, sagte Teamworx-Produzent Sascha Schwingel dem Handelsblatt. Der 39-Jährige hatte die Idee zum Crowdfunding. Zuletzt produzierte Schwingel den Zweiteiler „Die Hindenburg“ für RTL.

Nach Unternehmensangaben werden die zweiwöchigen Dreharbeiten zu dem 45-minütigen Film mit Clemens Schick und Saralisa Volm in den Hauptrollen Ende August in Berlin beginnen. Er wird unter anderem in der Präsidentensuite des Luxushotels „Regent Berlin“ am Gendarmenmarkt gedreht. Regie führt Sergej Moya. Der 23-Jährige ist bekannt für die ARD-Reihe „Commissario Laurenti“, den Pro-Sieben-Zweiteiler „Go West“ und diverse „Tatort“-Verfilmungen.

Der Erotikfilm wird nach seiner Fertigstellung vorerst nicht im Fernsehen zu sehen sein. Teamworx will den Film zuerst auf Videoload, dem Filmabrufportal der Deutschen Telekom, zeigen. Anschließend wird die Videovertriebsfirma Capelight Pictures die DVD verkaufen. Dennoch führt Teamworx derzeit Gespräche mit Sendern über eine TV-Ausstrahlung und ist zuversichtlich, zu einer Einigung zu kommen.


Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Crowdfunding: Internet-User finanzieren Erotikfilm"

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  • Hallo!
    Wir gehen in unserem Crowd funding Monitor davon aus, dass über die fünf deutschen Crowd funding-Plattformen im Jahr 2011 insgesamt 550.000 € vermittelt werden können.

    Mehr Daten und Fakten zu Crowd funding in Deutschland finden Sie unter http://www.fuer-gruender.de/kapital/eigenkapital/crowd-funding/monitor/

    Beste Grüße

    René Klein

  • Qualitätsjournalismus pur: Mal wieder "das" und "dass" verwechselt.

  • also: auch noch porno zu finanzieren: hängt von der rendite ab.
    da bleibt man schmerzlos, solange da kein Menschenhandel, Kinderfickerei oder Tierfickerei im Spiel ist.

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