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Was sich Silicon Valley von Obama erhofft

Das Silicon Valley stöhnt unter den Massenentlassungen und der Rezession. Doch von Obamas ambitionierten Plänen einer interaktiven Regierung versprechen sich die Unternehmen viel: Aufwertung der Technologie, öffentliche Förderprogramme und neue Absatzmöglichkeiten.

SAN FRANCISCO. Massenkündigungen bei Tech-Giganten wie Hewlett-Packard, Yahoo oder Sun und massiver Stellenabbau bei noch ganz jungen Startup-Firmen lassen im Silicon Valley die ärgsten Befürchtungen einer Rezession gedeihen – und die Hoffnungen auf die neue Regierung ins Unermessliche wachsen. Barack Obama, der am Januar den in der Tech-Industrie wenig geschätzten George Bush ablöst, wird in Kalifornien als einer der ihren, als neuer „Tech-Präsident“ gefeiert. Der Demokrat gilt als kundiger IT-Experte, von dem neben inhaltlichen auch neue technologischen Impulse erwartet werden.

Tatsächlich hat Obama mit seinem „Technologie- und Innovationsplan“ signalisiert, dass er nicht nur neuen Wind und neues Geld in den Sektor der erneuerbaren Energie, in den „Clean Tech“-Bereich blasen, sondern auch die IT-Industrie aufwerten wird. Für alle den angepeilten „change“ plastisch nachvollziehbar machend wird er die allwöchentliche Radio Show, mit der US-Präsidenten seit Ronald Reagan („The great communicator“) dem großen Publikum ihre Politk erläutern, nicht länger nur über Radio, sondern auch über YouTube aussenden. Kein Wunder, dass viele in Kalifornien Obama bereits zum ersten „Wired President“ der Nation küren. Obama selbst gibt mit seinen bekannt gewordenen Plänen Anlass, dies als gerechtfertigt anzusehen.

„Wir werden 21. Jahrhundert-Kamingespräche haben, in denen wir direkt zu den Amerikaner sprechen und über Videos kommunizieren. So werde ich mit allen direkt in Kontakt stehen könne,“ skizzierte Obama jetzt seine technologielastigen Pläne gegenüber Steve Grove von YouTube. Sie sollen unter dem Rubrum „mehr Transparenz der Regierung“ mehr bürgerliches Engagement, mehr Teilhabe durchs Internet ermöglichen. Auf der website www.change.gov lässt er erste Einblicke in seine Pläne zu. Am Ende der Online-Pläne steht ein interaktives Netzwerk zwischen Regierung und Souverän, das tatsächlich das Verhältnis zwischen den Institutionen verändern würde.

Im Gegensatz zur Bush-Regierung, die in der Tech-Industrie als so desinteressiert wie unbedarft im Bereich der innovativen Technologien gilt, verficht Obama die Idee des offenen Internets. Zum Verdruss der Telekom-Industrie und der Republikaner, die diese Branche sehr gepflegt, aber kaum innovativ modernisiert hat, wird Obama die ländlichen und eher rückständigen Gebiete der USA mit einem Regierungsprogramm besonders fördern und den Internet-Breitbandzugang bevorzugt anschieben.

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