Dänischer Konzern erwägt Angriff auf etablierte Mobilfunkbetreiber mit der Billigmarke „Easy Mobile“
TDC will deutsche Tochter Talkline stärken

Der dänische Telekommunikationskonzern TDC greift möglicherweise mit einer Billigmarke die deutschen Mobilfunkbetreiber an. Das Unternehmen kooperiert dabei mit der britischen Easy Group, die dem Easyjet-Gründer, Stelios Haji-Ioannou, gehört.

ELMSHORN. „Wir prüfen, ob wir mit der Marke Easy Mobile sowie dem Konzept, Handy-Verträge nur online zu vertreiben, auf den deutschen Markt kommen und so unseren Marktanteil hier zu Lande vergrößern“, sagte TDC-Chef Henning Dyremose dem Handelsblatt.

Bislang sind die Dänen mit Talkline in Deutschland aktiv. Die Tochter hat 2,3 Millionen Kunden und ist damit die Nummer drei unter den deutschen Mobilfunk-Dienstleistern. „Talkline hat bereits gute Kontakte zu den Mobilfunknetzbetreibern, die uns bei unseren Expansionsplänen überaus nützlich sein können“, sagte Dyremose. Von einem Verkauf der Tochter, wie immer wieder in der Branche spekuliert, könne daher keine Rede sein.

In Dänemark macht TDC mit der Billigmarke Telmore vor, wie man seine Marktposition ausbauen kann. Innerhalb von vier Jahren hat die TDC-Tochter 500 000 Kunden angeworben und damit im hart umkämpften dänischen Mobilfunkmarkt einen Anteil von elf Prozent erreicht. Telmore hat kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die TDC-Infrastruktur. Unter der Marke Easy Mobile wollen die Dänen in insgesamt zwölf europäischen Ländern günstige Handy-Verträge verkaufen und dabei im wesentlichen das TelmoreKonzept mit seinem Online-Vertrieb kopieren.

Nach Aussagen von Haji-Ioannou wird Easy Mobile wohl Ende dieses Jahres in Großbritannien starten, andere Länder würden im nächsten Jahr folgen. „Wir sprechen mit verschiedenen Mobilfunkbetreibern über den Kauf von Netzkapazitäten“, sagte Dyremose, „da, wo wir das beste Angebot bekommen, legen wir auch los.“ Als Kundenziel für Easy Mobile nennt der TDC-Chef etwa 500 000 Nutzer pro Land. „Mit 500 000 Kunden in Großbritannien beispielsweise könnten wir schon ein gutes, profitables Geschäft betreiben“, sagte Dyremose.

Analysten sind noch skeptisch, ob der Easy-Mobile-Plan aufgeht. „Etablierte Mobilfunker haben gar kein Interesse, ihre Netzkapazitäten an neue Konkurrenten zu verkaufen“, sagte Mark Mulcahey von der Strategieberatung Adventis. Das gilt in erster Linie für die bereits seit Jahren genutzten GSM-Netze. „Bei den neuen UMTS-Netzen sieht das schon anders aus, denn dort gibt es Überkapazitäten“, so Mulcahey. Da UMTS aber noch nicht flächendeckend vorhanden sei, müssten Neueinsteiger wie Easy Mobile Minutenpakete in beiden Netzen kaufen.

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