Dank Stellenabbau und Mikrochips
IBM steigert Gewinn

Der weltgrößte Computer- Dienstleister IBM hat seinen Quartalsgewinn deutlicher als erwartet gesteigert. Dabei profitierte das Unternehmen von gesunkenen Personalkosten sowie hohen Umsätzen mit Mikroprozessoren für Videospiele.

HB SAN FRANCISCO. Zudem habe die Strategie gefruchtet, sich auf rentable Bereiche wie Beratung, Firmensoftware und hochwertige Chips zu konzentrieren, teilte IBM am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Die Ausgaben sanken um 9,5 Prozent, was der Konzern unter anderem auf den Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr zurückführte. Auch habe sich ausgezahlt, dass sich IBM auf eher kleinere Aufträge konzentrierte, die aber höhere Gewinn-Margen brachten. Das einstige Kerngeschäft mit Personalcomputern macht seit dem Verkauf der Verlust trächtigen Sparte an die chinesische Lenovo nur noch einen kleineren Teil des Umsatzes bei IBM aus.

„Die Geschäfte bei IBM laufen sehr profitabel“, fasste Branchenexperte Marc Heilweil von Spectrum Advisory Services die Entwicklung zusammen. „Es gibt nicht viele Unternehmen dieser Größe, die eine Gewinnmarge von mehr als sieben Prozent ausweisen.“ Der Aktienmarkt honorierte dies jedoch nicht. Der Kurs der IBM-Aktie fiel an der Wall Street am Mittwoch im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 82,39 Dollar.

Für die ersten drei Monate 2006 wies IBM einen Anstieg des Nettogewinns auf 1,71 Milliarden Dollar oder 1,08 Dollar je Aktie aus. Vor Jahresfrist waren es noch 1,4 Milliarden Dollar gewesen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,05 Dollar je Aktie gerechnet. Grundlage für den Anstieg war neben den gesunkenen Personalkosten der robuste Verkauf von Mikrochips für die Spielekonsole PlayStation3 von Sony.

Der IBM-Umsatz sank indes im Quartal um rund zehn Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar, lag damit aber noch leicht über den erwarteten 20,6 Milliarden. Hintergrund des Rückgangs ist der Verkauf des PC-Geschäfts an Lenovo.

Auch für das Gesamtjahr 2006 zeigte sich IBM optimistisch. Nach dem guten Beginn sei der Konzern auf dem richtigen Weg, die vorhergesagten Gewinnsteigerungen zu erreichen, sagte Finanzchef Mark Loughridge und deutete damit einen prozentual zweistelligen Anstieg an. Analysten erwarten für das Gesamtjahr bei IBM im Schnitt einen Gewinnanstieg auf 5,81 Dollar je Aktie von zuvor 4,91 Dollar und einen Umsatz von 90,6 Milliarden Dollar.

Die größte IBM-Sparte „Globale Geschäftsdienstleistungen“ wies im abgelaufenen Quartal einen Umsatzrückgang von 1,2 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar aus. Allerdings stieg die Gewinn-Marge auf 26,6 von 24,3 Prozent nach der Konzentration auf kleinere Vorhaben. In der Sparte Software - die profitabelste bei IBM -gab es einen Umsatzzuwachs von 2,4 Prozent auf 3,91 Milliarden Dollar. Die Bruttogewinn-Marge kletterte auf 84,2 von zuvor 83,8 Prozent.

IBM ist der weltweit zweitgrößte Software-Hersteller nach Microsoft. Im Geschäft mit Computer-Hardware ging der Umsatz nach dem Verkauf des PC-Geschäfts um 32 Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar zurück. Auf vergleichbarer Basis ohne PC-Geschäft bedeute dies aber für den Hardware-Bereich nach Angaben von IBM einen Anstieg um drei Prozent.

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