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Twitter steigert Umsatz um 61 Prozent

Der Kurzmitteilungsdienst Twitter wird trotz roter Zahlen an der Börse gefeiert. Grund ist ein überraschend starkes Umsatzplus im zweiten Quartal. Aber das Unternehmen verliert weiterhin Geld.
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BangaloreTwitter steckt weiter in den roten Zahlen fest, doch zumindest beim Umsatz kam der Kurzmitteilungsdienst zuletzt besser als erwartet voran. Für das zweite Quartal meldete Twitter am Dienstag nach Börsenschluss einen Anstieg der Erlöse um 61 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert auf 502 Millionen Dollar (455 Mio Euro).

Ohne den Einfluss des starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung reduziert, hätte der Zuwachs 68 Prozent betragen. Die Markterwartungen wurden damit deutlich übertroffen. Die Aktie legte nachbörslich zunächst um mehr als zehn Prozent zu, allerdings bröckelten die Gewinne rasch ab, und letztlich drehte der Kurs sogar ins Minus.

Die Werbeeinnahmen nahmen um 63 Prozent auf 452 Millionen Dollar zu. Davon entfielen 88 Prozent auf das zukunftsträchtige Geschäft mit mobilen Anzeigen auf Smartphones oder Tablets. Obwohl Börsianer mit schlechteren Ergebnissen gerechnet hatten, war es die bislang schwächste Umsatzentwicklung in einem Quartal seit dem Börsengang im November 2013.

Zudem verliert das Unternehmen weiterhin Geld - auch wenn das Minus unter dem Strich zum Vorjahr immerhin von 145 auf 137 Millionen Dollar verringert werden konnte. Twitters Nutzerwachstum gerät zudem ins Stocken - im letzten Quartal stieg die Zahl der monatlich aktiven User nur noch um acht auf 316 Millionen und stagnierte im US-Heimatmarkt sogar.

Interimschef und Twitter-Mitgründer Jack Dorsey, der den Spitzenjob vom im Juni nach Dauerkritik von Aktionären zurückgetretenen Dick Costolo übernommen hatte, sieht deshalb noch viel Luft nach oben: „Wir sind mit unserem Wachstum nicht zufrieden“, kommentierte er.

Twitter steckt in einer Übergangsphase, bis ein neuer Vorstandschef gefunden ist. Spekulationen, Dorsey, der das Unternehmen bereits in der Vergangenheit geführt hatte, könnte dauerhaft übernehmen, hatten sich nicht bestätigt. Dorsey leitet parallel auch noch den Bezahldienst Square, der laut US-Medien vor dem Börsengang steht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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