dapd-Insolvenz
Aus für französische Tochter Sipa News

Trotz aller Appelle der Belegschaft wurde von einem Gericht die Abwicklung der französischen Tochter der insolventen Nachrichtenagentur dapd angeordnet. Für den Foto-Dienst Sipa Press besteht allerdings noch Hoffnung.
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ParisNach der Insolvenz bei der Nachrichtenagentur dapd in Deutschland ist für ihre französische Tochter Sipa News das endgültige Aus gekommen. Das Handelsgericht in Paris ordnete am Donnerstag ein Liquidationsverfahren für Sipa News an, die erst vor zwei Monaten in Frankreich als Textagentur an den Start gegangen war. Für den alteingesessenen Foto-Dienst Sipa Press wurde hingegen ein Insolvenzverfahren zugelassen, um einen neuen Investor zu finden.
Eine dritte dapd-Tochterfirma, bei der die einstigen Angestellten der Nachrichtenagentur AP Frankreich angestellt waren, die ebenfalls von den beiden deutschen Finanzinvestoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke übernommen worden war, wurde ebenfalls dem Liquidationsverfahren zugeordnet. Die auf Mobilcontent spezialisierte Sipa Médias, vierte und kleinste Filiale der dapd-Gruppe in Frankreich, war von dem Insolvenzantrag nicht betroffen.


Die rund 120 Angestellten der drei betroffenen Sipa-Gesellschaften hatten vor dem entscheidenden Gerichtsbeschluss in den vergangenen Wochen an die Politik sowie an die US-Agentur AP appelliert, ihre Nachrichtenagentur noch zu retten.
Bereits im November kursierten Informationen im Internet, wonach die Redaktion der Nachrichtenagentur Sipa am 6. Dezember "endgültig geschlossen" werde. Die Leitung von Sipa hatte zuvor hervorgehoben, dass "Nachrichten über unseren Tod verfrüht sind". In einer über den Kurzbotschaftendienst Twitter verbreiteten Information hob die Sipa-Leitung noch am Mittwoch hervor: "Sipa ist ein rentables Projekt. Unsere Aktionäre haben uns nur unerklärlicherweise während des Starts den Sprit entzogen."
Das Mutterunternehmen von Sipa News, die deutsche Nachrichtenagentur dapd, war 2010 aus der Fusion des Deutschen Depeschendienstes (ddp) mit dem deutschsprachigen AP-Dienst entstanden. Im vergangenen Oktober meldete dapd dann teilweise Insolvenz an, acht ihrer Gesellschaften sind davon betroffen.


Für dapd legte der Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht im November sein Konzept zur Sanierung der Nachrichtenagentur in Deutschland vor. Inzwischen verlor bereits etwa ein Drittel der 299 Beschäftigten bei diesen acht dapd-Gesellschaften seinen Arbeitsplatz; zugleich sollen aber sämtliche Dienste der Agentur verschlankt bestehen bleiben.
Allerdings hatte ebenfalls im November der bisherige dapd-Geschäftspartner Associated Press (AP) bekanntgegeben, dass er die Kooperation mit dapd wegen Vertragsnichterfüllung aufkündige. Über die Rechtmäßigkeit der Kündigung wird voraussichtlich am 18. Dezember ein New Yorker Gericht entscheiden. Die global tätige US-Agentur AP will ab dem 1. Januar im deutschsprachigen Raum mit dem dapd-Konkurrenten Deutsche Presse-Agentur (dpa) zusammenarbeiten.

 


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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